Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Landesvorsitzender der Jungen Union Hamburg

Der Radverkehr in Hamburg wächst Jahr für Jahr. Das soll auch so sein. Dazu entwickelte der CDU-geführte Senat im Jahr 2008 die Hamburger Radverkehrsstrategie. Ziel ist eine Verdopplung des Radverkehrs auf 18% vom Gesamtverkehrsaufkommen. Dabei muss auch sichergestellt werden, dass die Verkehrssicherheit gewährleistet bleibt, so steht es auf dem Papier.

In der Vergangenheit war es jedoch immer wieder zu Kritik an der Sicherheit von Radfahrern im Straßenverkehr gekommen – insbesondere in der jüngeren Vergangenheit bei Verlegungen von Radwegen auf die Straße, wie beispielsweise im Rahmen des sogn. Busbeschleunigungsprogramms der Hamburger SPD am Lokstedter Siemersplatz. Hier wurde der Radweg parallel zu den zwei Spuren für den Autoverkehr auf die Straße verlegt. Eine Abbiegespur kreuzt den Radweg. Zudem ist die Fahrspur für Radfahrer nur durch weiße Markierungen gekennzeichnet, nicht wie andernorts bereits üblich durch eine zusätzliche farbliche Markierung.

Auf meine Kleine Anfrage (Lfd. Nr. 219) zum Thema Zuständigkeit gab die Bezirksverwaltung Eimsbüttel zu Protokoll, dass für diesen Umbau die Hamburger Verkehrsbehörde zuständig sei. Offenbar setzt der SPD-Senat die Radverkehrsstrategie nur in Teilen um, der Punkt Sicherheit kommt eindeutig zu kurz. Eine einheitliche Farbmarkierung von Radwegen kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Deshalb beantragten mein Fraktionskollege Roman Lau (Eidelstedt) und ich gemeinsam mit der CDU-Fraktion nun, Radwege in kritischen Verkehrsbereichen einheitlich mit rotem Fahrbahnbelag zu versehen. Die Bezirksversammlung beschloss unseren Antrag im Rahmen der April-Sitzung einstimmig. Priorität bei der Umsetzung sollen kritische und viel befahrene Übergänge wie am Siemersplatz (Lokstedt) haben. Jetzt ist der SPD-Senat aufgefordert, unseren Antrag schnellstmöglich umzusetzen.

 

Foto: Mit dem StadtRAD durch die Hafencity. Nicht überall ist so viel Platz für Radfahrer

  • Verkehrsplaner

    Bereits vor dem Umbau des Platzes kreuzte der Kraftverkehr einen Radweg. Nämlich am Ende – statt wie jetzt am Anfang – der Abbiegespur. Allein die Tatsache das diese Radweg-Kreuzung erst jetzt auffällt zeigt den Erfolg solcher Umbaumaßnahmen. Endlich wird der Radweg auch durch die Windschutzscheibe gesehen und der Radfahrer taucht nicht „plötzlich“ vom abgesetzten Hochbordweg direkt vor dem Auto auf. Sichtbeziehung ist hier das Zauberwort.

    Leider scheint es gerade bei bürgerlichen Parteien nicht so weit her zu seinen mit innovativen Maßnahmen, um altbekannte technische Probleme zu lösen. Gerade tödliche Abbiegeunfälle an Kreuzungen der gewohnten konventionellen Bauart sind doch ein großes Problem für den Radverkehr. Aber was will man erwarten, wenn sich die Politik zu technischen Fragen äussert und nicht einmal die Fachbegriffe (Straße, Fahrbahn, Radweg und Fahrstreifen) korrekt anwenden kann. Zumal der Bundestag in den entscheidenen Punkten die kommunalen Parlamente bereits durch die StVO und die VwV-StVO überstimmt hat.

    • http://www.carsten-ovens.de/ Carsten Ovens

      Vielen Dank für Ihre Nachricht.

      Die Situation vor Ort ist leider nicht durch eine „innovative Maßnahme“ verbessert worden. Grundsätzlich sind auch wir als bürgerliche Partei für neue Ideen offen, dies ist hier auch nicht das Problem.

      In der letzten Legislaturperiode war der Siemersplatz bereits einmal umgebaut worden, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Dabei wurde der Radweg (kommend von der Vogt-Wells-Straße gen Osterfeldstraße) zusammen mit dem Fußgängerüberweg um einige Meter stadteinwärts verlagert, zudem schaltete eine Ampel für ankommende Autos auf rot, wenn Radfahrer und Fußgänger grün hatten. Hier tauchte also niemand „plötzlich“ vor den heranfahrenden Autos auf.

      Nun haben wir die Situation, dass der Radweg kurz vor der Kreuzung vom Bürgersteig weg durch die Fahrspuren „gefädelt“ wird und stadteinwärts abbiegende Autos die Spur der Radfahrer bereits vor dem Abbiegen bei jeweils voller Fahrt kreuzen. Aus meiner Sicht hat dies nichts mit innovativer Verkehrsführung zu tun, sondern ist schlicht ein Sicherheitsrisiko für den Radverkehr.

      Um die Gesamtsituation im Rahmen der nun gegebenen Möglichkeiten zumindest ein Stück weit zu verbessern und die Sicherheit für den Radverkehr zu erhöhen, haben wir als CDU den oben genannten Antrag gestellt. Gerne können wir uns die Situation vor Ort gemeinsam anschauen und im Detail diskutieren. Schicken Sie mir einfach eine E-Mail.