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Schiff Ahoi – auf diesen Ruf reagiert in der Wissenschaftsbehörde momentan wohl keiner, zumindest nicht, wenn es um das Programm „ahoi.digital“ des rot-grünen Senats geht. Doch worum geht es dabei eigentlich genau?

Mehr Informatik in Hamburg

Wie so oft bei Rot-Grün fing es mit vollmundigen Versprechen an, die an sich erst einmal logisch und folgerichtig klangen. Anfang 2017 hatten die Universität Hamburg, die TU Hamburg, die HAW Hamburg, die HafenCity Universität Hamburg und die Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung das Programm „ahoi.digital“ als Gemeinschaftsprojekt ins Leben gerufen. Das übergeordnete Ziel: Hamburgs Informatik auf Spitzenniveau bringen.

Hier besteht auch weiterhin großer Handlungsbedarf, das habe ich über die Legislaturperiode hinweg oft aufgezeigt. Meine Anfrage an den Senat zu den Informatikstudiengängen zeichnete beispielsweise ein stark ausbaufähiges Bild. Ein unhaltbarer Zustand, denn die Wirtschaft von morgen braucht gut ausgebildetes IT-Personal. Der Grundstein hierfür sollte allerdings bereits in der Schulzeit gelegt werden, die Universitäten müssen hingegen entsprechende Kapazitäten für mehr Studienplätze schaffen.

Letzteres schien auch Rot-Grün verstanden zu haben, denn die Zielsetzung von ahoi.digital klang zunächst verheißungsvoll: Im Bereich Informatik sollten 35 Professuren geschaffen werden, die Zahl der Studienplätze um 1.500 steigen.

Versprechungen konnten nicht eingehalten werden

Drei Jahre später ist die Bilanz des Programms ernüchternd. Meine jüngste Anfrage zu diesem Thema deckt auf, dass von 35 Professuren gerade einmal drei Stück berufen werden konnten. Von den 1.500 angekündigten Studienplätzen existieren auf dem Papier gerade einmal 190. Das ist keine knappe Verfehlung des Ziels, vielmehr eine Bruchlandung der rot-grünen Wissenschaftspolitik. Das sieht man auch beim Budget: Zunächst sollten 32,9 Millionen Euro investiert werden, davon sind bislang jedoch nur 9,7 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden, von denen ca. 5 Millionen Euro abgerufen wurden.

Angesichts dieser enttäuschenden Bilanz wäre eine Debatte um die Hintergründe. Die Besetzung der Professuren erfolgt durch die Universitäten selbst – gewiss ist dies ohnehin nicht einfach. Viel Zeit ging beispielsweise bei der Festlegung der Schwerpunkte der Professuren verloren. Sicherlich ist es aus parlamentarischer Sicht hierbei auch. schwierig, direkt zu intervenieren, die Hochschulautonomie ist ein hohes Gut. Dennoch, die Wissenschaftsbehörde muss hier stärker einwirken, beispielsweise durch Befristungen von Fördermitteln. Ohnehin ist es schon schwer genug, geeignete Fachkräfte zu finden, stehen die inhaltlichen Schwerpunkte erst einmal fest. Dennoch, die Digitalisierung kommt im schnellen Tempo und nimmt dabei keine Rücksicht auf das langsam drehende Rad der entsprechenden Gremien.

5 Jahre rot-grüne Wissenschaftspolitik – kein großer Wurf

Die schwache Bilanz von Rot-Grün zieht sich durch andere Felder fort, ein Spaziergang auf dem Uni-Campus genügt zur Veranschaulichung – meine Bilanz zum Ende der Legislaturperiode für Rot-Grün im NDR fiel entsprechend kritisch aus. Wie es besser geht, zeigt das ambitionierte Wahlprogramm der CDU Hamburg. Wir werben für eine überfällige Mittelerhöhung für die Universitäten und Hochschulen. Dazu geben wir ein klares Bekenntnis zu digitalen Schlüsselthemen wie KI, Blockchain und Quantencomputern – die wichtigsten Punkte habe ich im Blog zusammengefasst, reinschauen lohnt sich!

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