Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Ende April stellte ich gemeinsam mit der CDU-Bezirksfraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel den Antrag Radwegemarkierungen in kritischen Verkehrsbereichen. Trotz der bevorstehenden Wahlen bekam unsere Initiative auch die Unterstützung der anderen Fraktionen.

Unser Ziel: Radwege sollen vor allem in kritischen Verkehrsbereichen mit rotem Fahrbahnbelag versehen werden. Hierzu gehören insbesondere Fahrbahnquerungen an Kreuzungen und Einmündungen sowie an Busbuchten. Als ein erstes sinnvolles Projekt nannten wir den gerade umgebauten Kreuzungsbereich am Siemersplatz (Lokstedt). Hier kreuzt neuerdings vor der Ampel ein Radweg eine Rechtsabbiegerspur.

Dabei griffen wir eine bestehende Empfehlung für Radverkehrsanlagen (ERA) der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen, auf welche auch in den allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrsordnung (StVo) verwiesen wird. Demnach sollen entsprechende Einfärbungen aus Sicherheitsgründen an besonderen Konfliktpunkten, zum Beispiel an Knotenpunkten, erfolgen.

Direkt nach der Wahl überraschte die Verwaltung jedoch mit einer ernüchternden Aussage.  Man befürchtet, dass durch eine zu häufige Anwendung die erwünschte erhöhte Aufmerksamkeit durch den Kfz-Verkehr wieder reduziert werden könnte.

Aus diesen Gründen regt die Verkehrsdirektion an, die Roteinfärbung von Radwegefurten nicht pauschal an Örtlichkeiten vorzunehmen, die objektiv vielbefahren oder kritisch erscheinen. Vielmehr sollte diese Maßnahme weiterhin nur in den Einzelfällen angewandt werden, in denen die Unfallanalyse sie als geeignetes Mittel zur Reduzierung von Verkehrsunfällen ergeben hat.

Diese Antwort enttäuscht in doppelter Hinsicht (hier in voller Länge zum Download). Deutlich macht die Behörde einerseits, dass es erst zu Unfällen kommen muss, bevor man bereit ist, etwas zu ändern. Andererseits erschreckt es doch einmal mehr, dass man trotz vollmundiger Bekundungen des SPD-Senat nicht bereit ist, positive Beispiele aus anderen Städten (beispielsweise Kopenhagen – siehe Foto) aufzugreifen.

Gemeinsam mit der CDU-Fraktion bleibe ich am Thema dran. Wenn der SPD-Senat es ernst meint, den Radverkehr in Hamburg weiter stärken zu wollen, und damit die Politik des letzten CDU-Senats fortzusetzen, dann muss er auch konsequent für eine Verbesserung der Verkehrssicherheit von Radfahrern tun.

 

Foto: Radwege in Kopenhagen (CC-BY www.nocke.de)

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