Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Auch in diesem Jahr ging es wieder auf Tour gen Osteuropa. Stand im letzten Jahr Moskau auf dem Programm, so ging es dieses Mal nach Litauen und Belarus – erneut organisiert vom Verein “Abenteuer Europa – Demokratie erfahren”, dem ich als Gründungsmitglied angehöre. Das Programm stand unter dem Motto “Belarus – die letzte Diktatur Europas”. Nachdem ich zuletzt häufiger in Litauen war, freute ich mich auch auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Direkt vom Landestag der Jungen Union Hessen ging es für mich am 18. Mai via Frankfurt und Riga in die Hauptstadt Litauens, nach Vilnius. Dort war bereits der größte Teil unserer Reisegruppe eingetroffen. Das offizielle Programm begann am Sonntag mit einer Führung durch die historische Altstadt. Vytautas Keršanskas, Vorsitzender der Young Christian Democrats in Litauen, hatte sich den Tag frei genommen, um uns einen ersten Einblick in die reichhaltige Geschichte der Stadt zu geben.

Am Tag darauf begann die inhaltliche Vorbereitung auf unseren Ausflug nach Minsk, in die Hauptstadt von Belarus. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung diskutierten wir zum Thema Menschenrechte und trafen Aktivisten, die sich vor Ort für politische verfolgte Menschen einsetzen. Am Dienstag ging es dann bereits am frühen Morgen mit dem Zug nach Minsk.

Die Hauptstadt von Belarus beeindruckt auf den ersten Blick: sauber und aufgeräumt, breite Gehwege, modernste Gebäude und sanierter Altbestand, viele junge Menschen auf dem Weg zur Uni oder ins Büro. Doch am Vormittag bekamen wir bereits eine andere Perspektive geschildert. In einem Frühstückslokal trafen wir auf einen der ehemaligen Präsidentschaftskandidaten der christdemokratischen Partei. Seine persönlichen Schilderungen der Erfahrungen im letzten Wahlkampf machten nachdenklich. Wie passte das Bild von politischer Unterdrückung zu unseren Eindrücken auf der offenen Straße?

Ein Termin am Nachmittag führte uns ins Außenministerium. Zwei Regierungsvertreter diskutierten mit uns in akzentfreiem Hochdeutsch über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Der Tenor: die Entwicklung ist durchaus positiv, eine engere Zusammenarbeit mit dem Westen gewünscht.

Verständlich, ist das Land derzeit doch sehr einseitig auf Russland fokussiert. Im Westen herrscht weiter die Sorge um die politische Entwicklung in Belarus vor. Auch wir als Junge Union machen mit unserem Bundesvorsitzenden Philipp Mißfelder MdB regelmäßig auf die schwierige Situation im Land aufmerksam und fordert ein Ende der Unterdrückung von politisch aktiven und anders denkenden Menschen.

Spät am Abend ging es zurück nach Vilnius. Hier besuchten wir am letzten offiziellen Programmtag die weißrussische Exiluniversität sowie die Seimas, das Parlament Litauens. Während der Führung durch die Parlamentsgebäude wurde der Stolz des Landes auf die eigene Unabhängigkeit einmal mehr als deutlich. Als unabhängige Republik existierte Litauen bereits von 1918-1940 und nach dem Zerfall der Sowjetunion wieder seit 1990. Bekannt unter dem Namen der “singenden Revolution” hatte sich der baltische Staat als erste Sowjetrepublik überhaupt für unabhängig erklärt. Seit 2004 ist Litauen nun Mitglied der Europäischen Union und hat zum 1. Juli diesen Jahres erstmals die EU-Ratspräsidentschaft übernommen.

Mit vielen Eindrücken und neu geschlossenen Bekanntschaften brachen wir am Donnerstag auf nach Klaipeda. Die Hafenstadt blick zurück auf eine wechselhafte Geschichte – von der Zeit des deutschen Ordens über Polen, Preußen, Schweden und Deutschland, als Memelgebiet und schließlich unter sowjetischer Hoheit. Viele bauliche Zeitzeugen aus den verschiedenen Epochen finden sich noch heute im Stadtbild. Durch die Lage direkt an der Nordspitze der Kurischen Nehrung ist Klaipeda Anlaufpunkt für viele Urlauber. So nahmen auch wir nach einem letzten Abend die Fähre zurück nach Deutschland, rund 21 Stunden dauert die Fahrt bis Kiel.

Erneut eine tolle Reise, auch wenn hier lediglich einige Eindrücke und Erfahrungen geschildert sind. Die Planungen für 2014 laufen bereits. Interesse? Mehr Infos gibt’s per E-Mail.