Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Mehr als 3.000 Personen – so lautete die offizielle Teilnehmerzahl des diesjährigen Kongresses der Europäischen Volkspartei (EVP) in Dublin. Insgesamt 812 Delegierte aus 39 Ländern Europas waren unter dem Motto “Believe in people” in die irische Hauptstadt geladen, um vor allem über zwei Dinge zu beraten: das Wahlprogramm der Europäischen Volkspartei für 2014-2019 und, erstmals, die Wahl eines gemeinsamen EVP-Spitzenkandidaten für das Amt des Kommissionspräsidenten unserer Europäischen Union.

Erstmals vertrat ich die CDU Hamburg als Delegierter auf dem EVP-Kongress. Einige Eindrücke und Fotos habe ich zwischendurch schon auf Twitter und Facebook veröffentlicht. Hier gibt es jetzt den ausführlichen Bericht.

Ein Parteitag der Superlative: über 1.200 Gäste, mehr als 500 akkreditierte Journalisten, dazu zahlreiche Helfer, Mitarbeiter der EVP sowie ehrenamtliche Unterstützer der irischen Gastgeber, des EVP-Mitglieds Fine Gael (übersetzt: Familie der Iren). Dazu zahlreiche Staats- und Regierungschefs aus vielen europäischen Ländern, allesamt Mitglied in einer der 73 Mitgliedsparteien der EVP.

Bereits am Aschermittwoch ging es für mich direkt von Hamburg nach Dublin. Eine gemütliche Großstadt mit erstaunlich vielen jungen Menschen aus aller Welt. Kein Wunder: liegt hier doch das berühmte Trinity College, gegründet bereits 1592. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass die Stadt des Guinness-Biers zur IT-Metropole geworden ist – Facebook, Google und Twitter sitzen hier mit ihren europäischen Zentralen.

Beide Kongresstage waren gut durchorganisiert und prall gefüllt: breite, inhaltliche Diskussionen zur Sozialen Marktwirtschaft, zur Zukunft der Länder auf dem Balkan und zur aktuellen Lage in der Ukraine. Beeindruckend waren die Reden von Vitali Klitschko und Julia Timoschenko, die beide um europäische Unterstützung für ihr Heimatland warben. Klitschko machte deutlich, dass er die Ukraine in die Europäische Union führen will. Heftige Kritik gab es von nahezu allen Seiten am aktuellen Kurs Russlands und dem Einsatz russischer Truppen auf der Krim.

Einstimmig verabschiedeten wir Delegierten nach einigen Beratungen schließlich das Wahlprogramm. Beinahe einstimmig wurde der Elsässer Joseph Daul zum Vorsitzenden der Europäischen Volkspartei gewählt. Er hatte das Amt im letzten Jahr kommissarisch von Winfried Martens übernommen, welcher die Partei seit 1990 geführt hatte.

Spannend wurde es am zweiten Tag: gleich zwei herausragende Politiker stellten sich als Spitzenkandidat der EVP für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten zur Verfügung. Der Luxemburger Jean-Claude Juncker sowie der Franzose Michel Barnier. Am Ende entschied Juncker die Wahl mit 382 zu 245 Stimmen für sich. Er wird die EVP mit dem Slogan Experience.Solidarity.Future. in die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai führen.

Neben den Beratungen gab es Gelegenheit für viele gute Gespräche – ob mit dem (zukünftigen) deutschen CDU-Spitzenkandidaten David McAllister, mit EU-Kommissar Günther Oettinger oder mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Ein besonderer Höhepunkt: Überraschungsgast Bono. Der irische Rockstar plädierte in einer mitreißenden Rede dafür, den europäischen Gedanken zu einem europäischen Gefühl werden zu lassen.

Gefreut habe ich mich auch über das Wiedersehen mit vielen Freunden und Bekannten der Youth of the European People’s Party (YEPP), die ich in den vergangenen Jahren bei Veranstaltungen und Initiativen quer durch Europa kennenlernen konnte. Die Jugendorganisation der EVP vertritt die Interessen der jungen Generation in Europa – die Junge Union Deutschlands ist eine ihrer Mitgliedsorganisationen.

Dublin war wirklich eine Reise wert. Am Ende des offiziellen Programms nutzte ich die verbliebene Zeit für ein bisschen Sightseeing: Trinity College, Guinness Museum, Temple Bar und vieles mehr. Einfach eine tolle Stadt. Weitere Infos zur irischen Metropole gibt es hier.