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Im Juni 2011 hatte ich gemeinsam mit der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung per Antrag den Impuls gegeben, das Informations- und Dialogangebot des Bezirks Eimsbüttel fit zu machen für die digitale Zukunft. Zeit für eine kritische Bestandsaufnahme zum Thema Bezirksverwaltung 2.0.

Das Internet und die Sozialen Netzwerke sind aus der modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Generationsübergreifend werden insbesondere die Neuen Medien zum Dialog sowie zur Informationsbeschaffung genutzt. Verwaltungen erkennen zunehmend die sich bietenden Möglichkeiten. Für die Hamburger Bezirke bestehen teilweise bereits inoffizielle Twitter- und Facebook-Profile, welche von privater Hand geführt und von vielen Bürgern genutzt werden. So hat das inoffizielle Profil des Bezirks Eimsbüttel bei Facebook bereits rund 7.000 Fans, welche regelmäßig die Seite besuchen, sich informieren und Kommentare abgeben.

Vor diesem Hintergrund beschloss die Bezirksversammlung Eimsbüttel auf Initiative der CDU-Fraktion am 30. Juni 2011 den Antrag „Bezirksverwaltung 2.0“. Die Intention des final gemeinsamen Antrags von CDU und Grünen war es, der Verwaltung Anregungen zur Nutzung des Internet, insbesondere der Sozialen Netzwerke, zu geben. Mit einer schriftlichen Anfrage wollte ich nun von der Eimsbütteler Bezirksamtsleitung wissen, wie weit man denn nun beim Thema sei. Die Antwort der Verwaltung auf meine Anfrage „Bezirksverwaltung 2.0 – Blockiert Eimsbüttel Bürgerbeteiligung und Engagement?” ist jedoch ziemlich ernüchternd.

Hauptsächlich verweist das Bezirksamt Eimsbüttel auf bestehende Webseiten der Stadt Hamburg. Direkte Kommunikationsmöglichkeiten über Foren, Blogs oder wenigstens Kommentarfunktionen auf den Webseiten gibt es nicht. Als Kontaktmöglichkeiten werden vor allem Telefon und Fax genannt. So sieht moderne Öffentlichkeitsarbeit nicht aus. Dazu habe ich mich auch mit dem Social Media Experten Martin Fuchs ausgetauscht. “Man versteckt sich hier hinter den Rahmenbedingungen des Redaktionssystems von hamburg.de“, meint der als Hamburger Wahlbeobachter bekannte Blogger, Verwaltungs- und Digitalberater.

Optik, technische Funktionalität, Barrierefreiheit und Dialogfähigkeit sind bei diesem Webauftritt jedenfalls stark ausbaufähig. Konkrete Zugriffszahlen und Erfolgsmessungen der Kommunikationsarbeit scheinen ebenfalls nicht im Interesse der Verwaltung. Die Bezirksamtsleitung in Eimsbüttel macht es sich jedoch zu leicht, wenn sie den Schwarzen Peter einfach an die Stadt weiter reicht. Hier können auch eigene Impulse gesetzt werden.

Einen eigenen Auftritt des Bezirksamts in den Sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter sucht man auch drei Jahre nach unserem Antrag vergebens. Es gibt weder eine Strategie dazu, noch ein Konzept. Dabei war das doch genau der Impuls, den wir mit unserem Antrag 2011 gesetzt haben. Da hilft auch kein Verweis auf mangelnde Ressourcen. Es gibt genügend positive Beispiele, man muss nur wollen.

Die Antwort der Eimsbütteler Bezirksamtsleitung lässt sich mit den enttäuschenden Worten zusammenfassen: es gibt einen Behördenfinder und ein (nicht wirklich bekanntes) ALLRIS sowie die Seiten der Stadt Hamburg für die Kommunikation. Mehr scheint nicht drin zu sein. Da hilft es auch nicht, die eingeschränkten Angebote wie ein wunderbares Dienstleistungsangebot zu umschreiben. Eimsbüttel ist schlichtweg schlecht aufgestellt, unser Antrag aus 2011 hat sich der Bezirksamtsleiter offensichtlich bislang nicht zu Herzen genommen, geschweige denn umgesetzt.

Die Bezirksamtsleitung sollte Engagement und Bürgerbeteiligung endlich ganzheitlich begreifen und ermöglichen. Gemeinsam mit der CDU-Fraktion werde ich mich weiter für eine moderne Öffentlichkeitsarbeit einsetzen, die auch in digitalen Medien stattfinden muss, wenn die Verwaltung weiterhin alle Bürger erreichen möchte.

2 comments

  1. Reply

    einhamburger 3. November 2014 at 11:22

    Das geht leider sogar noch schlimmer, die Behörden in Mecklenburg-Vorpommern sollen sich komplett aus den sozialen Netzwerken zurückziehen. Hier erkennen viele Leute leider auf keine Weise die Chancen, die gute Kommunikation mit dem Bürger eröffnet. Dabei ist Hamburg mit dem Transparenzgesetz ja gut aufegestellt, leider wird das aber nicht auf die Kommunikation weiter gedacht. Da bleibt es also eher auf dem Niveau von Douglas Adams in “Per Anhalter durch die Galaxis”: ”
    “Aber Mr. Dent, die Pläne lagen die letzten neun Monate im Planungsbüro aus.”
    “O ja.Als ich davon hörte bin ich gestern nachmittag gleich rüber gegangen um sie mir anzusehen. Man hatte sich nicht gerade viel Mühe
    gemacht, die Aufmerksamkeit darauf zu lenken. Ich meine, dass man’s jemandem gesagt hätte oder so.”
    “Aber die Pläne lagen aus…”
    “Lagen aus? Ich musste schließlich zu erst in den Keller runter…”
    “Da werden sie immer ausgehängt.”
    “Mit einer Taschenlampe.”
    “Tja, das Licht war wohl kaputt.”
    “Die Treppe auch.”
    “Aber die Bekanntmachung haben Sie doch gefunden, oder?”
    “Jaja”, sagte Arthur, “ja, das habe ich. Ganz zuunterst, in einem verschlossenen Aktenschrank, in einem unbenutzten Klo, an dessen Tür stand: Vorsicht, bissiger Leopard!”

    • Reply

      Carsten Ovens 3. November 2014 at 11:42

      Vielen Dank für die humorvolle Antwort, auch wenn die Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern in der Tat alles andere als lustig klingt. Umso wichtiger, dass wir bei uns in Hamburg die Chancen rechtzeitig erkennen und auch nutzen.

      Einen entsprechender Antrag werde ich zusammen mit der CDU-Fraktion in der Bezirksversammlung Eimsbüttel Ende November stellen. Hamburg kann mehr und Eimsbüttel wäre gut geeignet, als Vorreiter voran zu schreiten.

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