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Am 21. Juli wurden überraschend vier Gebäude des Fachbereichs Chemie der Universität Hamburg an der Bundesstraße vorübergehend geschlossen. Die taz berichtete seinerzeit. Grundlage hierfür war eine brandschutztechnische (Vorab-) Stellungnahme der zuständigen Wissenschaftsbehörde aus dem Mai 2017, ausweislich derer vier Gebäude der Fakultät Chemie aus den 1960er Jahren gravierende Brandschutzmängel aufwiesen. So gab es der Senat auf Nachfrage von meiner Kollegin Birgit Stöver MdHB und mir bekannt.

Lüftungskanäle zu benachbarten Bereichen waren offenbar nicht ausreichend abgeschottet und Fluchtwege im Brandfall nicht genügend gesichert, hieß es aus der Behörde. Gerade im Hinblick auf die regelmäßige Durchführung von Experimenten am Fachbereich Chemie sah die Verwaltung eine besonders hohe Brandgefahr. Erstaunlich dabei ist, warum es rund zwei Monate dauerte, bis man in der Wissenschaftsbehörde auf die vorliegende Stellungnahme reagierte. “Wenn also ein dringendes Handeln notwendig gewesen wäre, hätte man kaum zwei Monate mit einer Schließung warten müssen”, gab ich dem Hamburger Abendblatt als Stellungnahme zu diesem Vorfall.

Der Betrieb konnte Ende Juli wieder aufgenommen werden, allerdings nur “unter Einhaltung strenger Brandschutzmaßnahmen”, wie es von verantwortlicher Seite verlautete. Dazu gehört, täglich sämtliche Labore, Seminarräume und Büros zu kontrollieren und mögliche Brandlasten zu entfernen. Zudem sei der Einbau einer ergänzenden Brandmeldeanlage und zusätzlicher Rauchschutztüren erfolgt. Laut Auskunft der Universität Hamburg bestehe daher aufgrund der Durchführung dieser organisatorischen und baulichen Maßnahme von Seiten der Bauaufsichtsbehörden und der Feuerwehr kein Grund mehr, die Institutsgebäude weiterhin geschlossen zu halten.

Eine weitere Verschärfung der Brandschutzvorkehrungen wurde bislang nicht vorgenommen. Die brandschutzgefährdeten Gebäude wurden bis zum heutigen Tage weder grundsaniert noch umfassend modernisiert. Es wurde noch nicht einmal  eine Überprüfung der brandschutztechnischen Vorgaben veranlasst. Grund hierfür ist laut Auskunft des Senats, dass die in Rede stehenden Gebäude Bestandsschutz genießen. Eine bauordnungsrechtliche Modernisierungs- oder Sanierungspflicht über das zum Zeitpunkt der Errichtung geltende Niveau hinaus bestehe daher nicht. Die Universität Hamburg führe nach eigenen Angaben regelmäßig Brandverhütungsschauen durch, so dass der sichere Weiterbetrieb der Gebäude für Lehre und Forschung gewährleistet sei.

Nach wie vor ist unklar, ob Neubauten für den Fachbereich Chemie am bisherigen Standort erfolgen sollen oder der Fachbereich nach Bahrenfeld verlagert wird. Letztere Variante strebt die Wissenschaftsbehörde an, wobei es offenbar noch keine konkreten Pläne dazu gibt. Vor diesem Hintergrund wirkt die offenbar überhastete, vorübergehende Schließung der Gebäude sehr fragwürdig. Für die betroffenen Studenten, Nachwuchswissenschaftler und Professoren ist dies eine sehr unbefriedigende Situation. Die Zukunft der universitären Forschung steht damit unter keinem guten Stern. Es ist Aufgabe des Senats hier schnellstens Abhilfe zu schaffen.

 

Foto: Hauptgebäude der Universität Hamburg

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