Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Wer an der Universität Hamburg studiert, kommt am Studien-Infonetz STiNE nicht vorbei. Von der Bewerbung für Studiengänge über Anmeldungen zu Vorlesungen, Seminaren und Prüfungen bis hin zu Semesterbescheinigungen managt die Online-Plattform digital die Studienorganisation der rund 43.000 Studenten der Universität Hamburg. Eingeführt im Wintersemester 2006/07, ist es heute aus dem Studentenalltag nicht mehr wegzudenken und hat mit der Digitalisierung vieler Vorgänge das Studieren deutlich erleichtert.

So wichtig STiNE für den reibungslosen Verlauf des Studienalltags geworden ist, so unverzichtbar ist auch die Zuverlässigkeit des Systems. Erfahrene Studenten der Universität Hamburg kennen die Ausfälle und lange Ladezeiten zu Beginn des Semesters zu Genüge. Hier startet nämlich die „Korrektur- und Ummeldephase“, innerhalb welcher freie Seminarplätze nach dem Prinzip „First Come, First Serve“ vergeben werden. Dies führt regelmäßig dazu, dass es insbesondere in den ersten Stunden der Ummeldephase zu Systemausfällen kommt.

In der Antwort auf meine Anfrage an den rot-grünen Senat wird dies euphemistisch “eine Überschreitung der für die Anfragen im STiNE-Webportal vorgesehenen Antwortzeiten” genannt. Im Ergebnis bedeutet dies aber, dass bei überlangen Wartezeiten für den Seitenaufbau das Ergattern eines Seminarplatzes mehr eine Glückssache ist. Das kann im günstigen Fall nur eine Unannehmlichkeit sein, im schweren Fall kann dies die weitere Studienplanung beeinträchtigen, wenn nicht die gewünschten Seminarplätze belegt werden können.

Wenn Hamburg im Wissenschaftsbereich Spitzenreiter sein will, muss auch die technische Infrastruktur der Universitäten entsprechend auf hohem und zeitgemäßem Niveau sein. Zwar spricht der Senat von mehreren Updates, die STiNE seit seiner Einführung spendiert bekam, das Grundproblem von Ausfällen und Notfallwartungen zu ungünstigen Zeitpunkten ist jedoch nicht behoben. Interessant ist dabei auch, dass eine nun erbetene Auflistung der Ausfälle in den letzten Jahren vom Senat als zu aufwendig abgelehnt wird, 2011 aber noch möglich war. Die Verweigerung einer Antwort auf diese grundlegende Frage öffnet Tür und Tor für Spekulationen, was die tatsächliche Zuverlässigkeit des Systems und die Anzahl der Ausfälle angeht. Vergleiche mit den Systemen anderer Hamburger Hochschulen wurden vorsichtshalber erst gar nicht gewagt.

Auf eine erneute Nachfrage haben die Verantwortlichen dann doch eingestanden, dass regelmäßig zu Beginn der „Korrektur- und Ummeldephase“ STiNE mit den hohen Zugriffszahlen überfordert ist und die ersten Stunden des neuen Semesters nicht oder nur schwerlich auf das Netz zugegriffen werden kann.

Immerhin: Eine Neuauflage von STiNE wird derzeit entwickelt, auch wenn ein Release noch nicht absehbar ist. Bis dahin werden sich die Studenten der Universität Hamburg vermutlich noch einige Semester weiter ärgern müssen, da die verantwortlichen Stellen sich mit der schwachen Performance des jetzigen Systems zufrieden geben (müssen). Gemeinsam mit der CDU-Fraktion bleibe ich auch bei diesem Thema weiter am Ball – weitere Anregungen für die Digitalisierung an den Hamburger Hochschulen nehme ich gerne auf, treten wir einfach in Kontakt.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.