Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Seit vielen Jahren organisiert der Verein „Abenteuer Europa – Demokratie erfahren“ Bildungsreisen in osteuropäische Länder. In diesem Jahr ging es nach Georgien.

Am äußersten Rand Europas gelegen, war Georgien nach Armenien das zweite Land, dessen Herrscher im 4. Jahrhundert das Christentum als Staatsreligion annahmen. Das christlich-orthodoxe Land im Kaukasus blickt seit jeher auf eine wechselvolle Geschichte. Mit dem Zerfall der Sowjetunion gewann Georgien 1991 seine Unabhängigkeit. Doch auch die jüngste Geschichte ist von Spannungen gekennzeichnet, die im August 2008 in einer militärischen Auseinandersetzung mit Russland gipfelten und zur (nicht anerkannten) Abspaltung der Landesteile Abchasien und Südossetien führten.

Dennoch ist der Wille groß, das Land politisch und wirtschaftlich zu stabilisieren. Zu Zeiten der Sowjetunion galt Georgien als eine der blühendsten und reichsten Regionen der UdSSR und als ein Zentrum des Tourismus. Daran möchte man gerne anknüpfen. Mit Recht, denn die Gastfreundschaft der Georgier ist fantastisch, das Land reich an beeindruckenden Landschaften und historischen Sehenswürdigkeiten.

Im Rahmen unserer Reise hatten wir Gelegenheit, Gespräche mit Regierungsvertretern im Innen- und Außenministerium, der Präsidialverwaltung, dem NATO Liaison Office, der Konrad-Adenauer-Stiftung, der Deutschen Botschaft und NGOs zu führen. Mit Nachdruck schilderten unsere Gesprächspartner dabei den Wunsch des Landes, Mitglied sowohl in der NATO als auch in der Europäischen Union zu werden. Sicherlich ein langer Weg.

Bei einem Besuch der Media Development Foundation diskutierten wir die Situation der Medien und den russischen Einfluss, der von georgischer Seite mit wachsender Sorge und großer Skepsis beobachtet wird. Der stellvertretende Außenminister beeindruckte am Tag darauf mit seinen exzellenten Deutschkenntnissen sowie seiner Begeisterung für Hamburg.

Nach drei Tagen voller politischer Diskussionen in der Hauptstadt Tiflis begannen wir den kulturellen Teil unserer Reise. Mit dem Bus besuchten wir Mtskheta, eine historische Handelsstadt an der Seidenstraße, die Höhlenstadt Uplistsikhe sowie verschiedene beeindruckende Kirchen und Klöster rund um Kutaissi, dem Sitz des georgischen Parlaments. Etwas abenteuerlich war die Zugfahrt zurück in die Hauptstadt – sechs Stunden brauchte der Zug für die rund 240 Kilometer.

In guter Erinnerung werden wir die reichhaltige georgische Küche behalten: Abend für Abend probierten wir uns durch die kulinarischen Köstlichkeiten und griffen dabei den schönen georgischen Brauch auf, während des Essens abwechselnd längere Trinksprüche auf die wesentlichen Dinge des Lebens, wie Freiheit, Familie, Gesundheit und Tradition, zu halten. Dabei inspirierte uns auch der häufig fantastische georgische Wein.

Georgien ist in mehrfacher Hinsicht ein interessanter Gesprächspartner für Hamburg. Touristisch bietet das Land einige reizvolle Orte zwischen der Schwarzmeerküste und den hohen Bergen des Kaukasus. Wirtschaftlich ist das Land im Aufbruch, die Weine können auf dem deutschen Markt teilweise sehr gut mithalten. Schließlich ist da auch die junge leistungsorientierte Generation, die gerne im Ausland studieren möchte – eine Chance für die weitere Internationalisierung des Hochschulstandorts Hamburg.

In 2016 wird der Verein übrigens wieder eine Bildungsreise für junge Erwachsene anbieten. Als Reiseziel ist derzeit Istanbul angedacht. Wer Interesse hat, schickt mir am besten gleich eine E-Mail. Nachfolgend findet sich noch ein Storify-Beitrag ausgewählter Beiträge meiner Reise, die ich auf Instagram und Twitter veröffentlicht habe. Mehr Fotos gibt es auf meinem Facebook-Profil.

Foto: In der historischen Höhlenstadt Uplistsikhe (eigene Aufnahme)

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