Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Der Brexit nähert sich: Ende März 2019 wird Großbritannien aus der Europäischen Union ausgetreten sein. Wie sich die zukünftigen Beziehungen zwischen EU und dem Vereinigten Königreich gestalten, wird momentan zwischen den bisherigen Partnern verhandelt. Dabei spielen Fragen zum Europäischer Binnenmarkt, zur Zollunion, zur Freizügigkeit sowie die territoriale Situation mit Blick auf Nordirland und Gibraltar wichtige und prominente Rollen.

Nicht ganz so bekannt, aber nicht minder wichtig, ist die Situation für die Wissenschaft. Bei uns in Hamburg sind zurzeit über 70 britische Studenten und mehr als 20 Doktoranden an unseren Hochschulen eingeschrieben, darüber hinaus arbeiten über 100 britische Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter an den Hochschulen und Forschungseinrichtungen Hamburgs. Andersherum zieht es jedes Semester zahlreiche Hamburger Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler an Universitäten in Großbritannien.

Ob nun harter Brexit oder klar geregeltes Austrittsabkommen: Der Brexit darf die Internationalisierung des Hamburger Wissenschafts- und Forschungsstandortes nicht gefährden! Im Gegenteil, die Internationalisierung unserer Hochschulen muss jetzt entschieden vorangetrieben werden. Insbesondere mit Großbritannien pflegt Deutschland einen sehr engen akademischen Austausch. Hamburg steht mit seinen traditionell engen Beziehungen ins Vereinigte Königreich in der doppelten Verantwortung, den Austausch auch nach dem Brexit nicht abreißen zu lassen und die britischen Inseln weiterhin eng an den Kontinent zu binden.

Dafür muss der Senat bereits heute Maßnahmen ergreifen, damit Hamburg nicht unvorbereitet vom Brexit getroffen wird. Eine einfache Informationsseite mit verschiedenen Szenarien kann da nur ein erster Schritt sein. In unserem Antrag für die nächste Bürgerschaftssitzung fordern wir deshalb ein Maßnahmenpaket, um die Zahl der britischen Studenten, Professoren und Forscher in Hamburg konstant zu halten und langfristig sogar zu steigern. Gleichzeitig muss der Senat auch dafür Sorge tragen, dass bestenfalls mehr Hamburger Studenten und Wissenschaftler nach Großbritannien gehen. Während meines Auslandsstudiums habe ich selber erleben dürfen, dass man in dieser Zeit weit mehr als nur die Sprache lernt. Dies muss auch für Hamburgs Studenten auch in Zukunft einfach möglich sein, schließlich ist Großbritannien das drittbeliebteste Zielland für junge Studenten.

Der Brexit darf nicht zulasten von Wissenschaft und Forschung gehen. Ein reger Austausch zwischen Großbritannien und Deutschland als langjährige befreundete Nationen muss auch in Zukunft im Interesse beider Partner sein, der europäischen Zukunft verpflichtet. Unsere Universitäten und Hochschulen können dazu einen wichtigen Beitrag leisten und sollten vom Senat entsprechend in die Verantwortung genommen aber auch angemessen unterstützt werden. Wie es mit unserem Antrag weitergeht und über weitere Initiativen informiere ich Sie gerne in meinem monatlichen Newsletter.

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