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Kommunikation und der Konsum von Nachrichten aller Art sind für viele Menschen heutzutage eng mit digitalen sozialen Medien wie Facebook und Twitter verbunden. Auf den großen Social Media Plattformen diskutieren wir über aktuelle Themen, sowohl mit Freunden, als auch mit Fremden. Doch nicht immer stecken hinter den Accounts auch tatsächlich reale Personen.

Verstärkt übernehmen Algorithmen die Kommunikation. Sogenannte Social Bots sind zu einem Massenphänomen geworden. Ob gesteuert aus „Trollfabriken“ in Russland oder den USA, bei Abstimmungen wie dem Brexit, der russischen Annexion der Krim oder im aktuellen US-Wahlkampf: immer häufiger greifen die computergesteuerten Programme manipulativ in den Meinungsbildungsprozess ein. Damit sind Bots eine Gefahr für die Demokratie, wie der Politik- und Digitalberater Martin Fuchs jüngst in der Fachzeitschrift Politik & Kommunikation schreibt.

Auch bei uns ist eine vergleichbare Entwicklung denkbar. Die AfD ist vor allem in den digitalen sozialen Medien stark und trägt dort zur Bildung von sich radikalisierenden Filterblasen bei, wie die TU Dortmund in einer Studie aufzeigt. Es würde nicht verwundern, wenn sich die Social Media Manager der AfD den bekannten Kommunikationseffekten im Bundestagswahlkampf noch stärker bedienen und eine eigene AfD-Trollfabrik betreiben – Meinungsmache fernab der tatsächlichen Realität, aber mit einem großen Einfluss auf die öffentliche Meinungsbildung. Zu dieser Gefahr berichtet aktuell die WELT Hamburg.

Bots betreiben Fake-Profile und geben immer häufiger täuschend echt vor, reale Personen zu sein. Diese Entwicklung stellt die Akteure gesellschaftlicher Diskussionen in den digitalen sozialen Medien vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger sind deshalb eine offene Debatte und eine breite Aufklärung, um zum kompetenten Umgang mit Social Bots beizutragen. Hamburg soll laut rot-grünem Senat zur Innovationsmetropole ausgebaut werden. Dazu gehört es auch, die zentralen Themen der Digitalisierung mit ihren Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus zu nehmen.

Vor diesem Hintergrund habe ich den Hamburger Senat befragt. Die nun vorliegenden Antworten zeigen auf, das in der schulischen Bildung bereits für einige Risiken der digitalen sozialen Medien sensibilisiert wird. Auch an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften gibt es erste Forschungsprojekte, z.B. am neu gegründeten Competence Center Communication. Andere Hamburger Universitäten und Hochschulen beschäftigen sich laut Senatsantwort leider noch nicht mit dem Thema Social Bots.

Ansonsten ist die Auskunft des Senats überschaubar. Die zuständige Behörde “informiert sich ständig” heißt es da, jedoch kann der Senat ganz allgemein gefragt und nicht nur auf Social Bots bezogen nicht mal generelle Fälle von Cyberattacken auf Hamburger Behörden sowie städtische und private Unternehmen nennen (Antwort 2). Dabei gab es doch bereits Medienberichte über eben solche Vorfälle und in einer anderen Senatsantwort zählt die antwortende Behörde sehr wohl einige Fälle auf. Offenbar weiß bei digitalen Fragen eine Senatshand nicht, was die andere macht. Das ist ein echtes Sicherheitsrisiko für Hamburg. Der Senat ist mitnichten ausreichend für die anstehenden Herausforderungen gerüstet.

Passend dazu bietet die Konrad-Adenauer-Stiftung eine erste Kurzstudie, verfasst vom Prof. Dr. Simon Hegelich, Experte für Political Data Science an der Technischen Universität München. Was wir aber brauchen, sind breitere Forschungserkenntnisse zum Thema Social Bots und deren Einfluss auf gesellschaftliche und politische Debatte, sowie eine verstärkte Medienkompetenzvermittlung, nicht nur an unseren Schulen. Wir müssen in Gesellschaft und Wirtschaft verstärkt über die technischen Entwicklungen sowie einhegende Chancen und Risiken informieren und offen darüber diskutieren, wie wir damit umgehen wollen, bzw. welche politischen Initiativen daraus resultieren sollten.

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