Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Einmal im Jahr kommen die wissenschaftspolitischen Fachsprecher von CDU und CSU aus den Landtagen und dem Deutschen Bundestag zum Austausch zusammen. Im Mittelpunkt steht dann jeweils ein aktuelles Thema, zu dem eine gemeinsame Resolution erarbeitet wird. In diesem Jahr ging es nach Bremerhaven. Hier drehte sich alles um die Digitalisierung von Forschung und Lehre sowie ums Thema Künstliche Intelligenz. Darüber hinaus ging es ums Klima, die Meeres- und Polarforschung.

Auf der letzten Fachsprechertagung, die im im November 2017 zum Thema Entrepreneurship an Hochschulen bei uns in Hamburg stattgefunden hatte, war Bremen als diesjähriger Gastgeber auserkoren worden. Angekommen in Bremerhaben begrüßte uns nun unsere Kollegin Susanne Grobien MdBB stellvertretend für die gastgebende CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft. Bremerhaven hat sich in den vergangenen Jahren als starker Standort für Forschung und Lehre entwickelt, nicht nur für maritime Themen. Dazu kommen Einrichtungen wie das Klimahaus Bremerhaven. Hier starteten wir unser Programm mit interessanten Einblicken hinter die Kulissen des Science Centers. Für Hamburg doppelt interessant, gibt es doch auch hier bei uns ebenfalls private Pläne, ein Science Center aufzubauen.

Traditionell folgten im Anschluss die Länderberichte. Für Hamburg konnte ich insbesondere auf unsere Initiativen rund um Entrepreneurship an Hochschulen sowie zur Stärkung innovativer Technologien verweisen – teilweise hervorgegangen aus der Fachsprechertagung im vergangenen Jahr. Die Schilderungen der angespannten Wohnungsmarktlage für Hamburger Studenten führten zu einer intensiveren Befassung mit dem Thema. An vielen Hochschulstandorten ist die Situation ähnlich, wenngleich auch nicht so dramatisch wie aktuell bei uns an der Elbe. Im Nachgang wollen wir Ansätze austauschen, wie mehr bezahlbarere Wohnraum an unseren Universitäten und Hochschulen geschaffen werden kann.

Der diesjährige Schwerpunkt “Digitalisierung der Hochschulen” wurde mit einem Vortrag von Prof. Dr. Andreas Breiter, Konrektor der Universität Bremen, eingeleitet. Unsere im Anschluss erarbeitete Resolution “Die digitale Hochschule – Studieren & Forschen 4.0” greift entsprechend zentrale Herausforderungen für Forschung und Lehre auf. So sprechen wir uns u.a. dafür aus, für die Digitalisierung der Hochschulen benötigte Investitionsmittel bereitzustellen und dies in der Grundfinanzierung abzubilden. E-Learning soll fester Bestandteil in den Curricula aller Fachrichtungen werden. In der Lehramtsausbildung soll dazu die Medienkompetenz gestärkt werden. Eine digitalisierte Studienakte soll es Studenten zukünftig erleichtern, das Studium für ein Auslandssemester oder auch grundsätzlich an einer anderen Hochschule fortzusetzen.

Persönlich freut es mich, dass wir uns geschlossen dafür ausgesprochen haben, die Studienplatzkapazitäten im Bereich Informatik auszubauen, um den Fachkräftebedarf nachhaltig und besser abdecken zu können. Ein Schwerpunkt soll dabei auf der Künstlichen Intelligenz in allen fachlichen Facetten liegen. Dies gilt auch für die Forschung. Hier wollen wir die wissenschaftliche Expertise auf den Forschungsfeldern der Künstlichen Intelligenz, insbesondre Kryptografie, maschinelles Lernen, Robotik, Sprachentechnologie oder auch Virtual/Augmented Reality, stärken und ausbauen. Entsprechende nationale und europäische Anstrengungen der CDU-geführten Bundesregierung unterstützen wir ausdrücklich.

Im Rahmen der Tagung diskutierten wir mit Carsten-Meyer-Heder, Digitalunternehmer und Spitzenkandidat der CDU Bremen für die kommende Bürgerschaftswahl, über die Herausforderungen für das kleinste Bundesland der Bundesrepublik. Einen Schwerpunkt will er zukünftig auf die Digitalisierung der Hansestadt Bremen setzten. Mit einem starken Fokus auf die Wissenschaft sicherlich eine Perspektive mit viel Potential, um endlich die rote Laterne abzugeben und gemeinsam mit den anderen norddeutschen Bundesländern in die Zukunft zu investieren. Dabei soll auch das Thema Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen. Bremen.ai hat sich hier bereits als privatwirtschaftlich geführtes Cluster etabliert. Roland Becker, CEO der JUST ADD AI GmbH, liefert hier eine Blaupause, die wir auch in Hamburg nutzen sollten.

Zum Abschluss der Fachsprechertagung diskutierten wir eine Hamburger Initiative zur Zukunft der Hochschulpaktmittel. Damit fördert der Bund bislang zusätzliche Studienplätze in den Bundesländern. Die rein auf quantitative Zuwächse ausgerichtete Förderung wird von den Ländern unterschiedlich verwendet. Dadurch kommt es zu Verzerrungen, welche insbesondere die privaten Hochschulen benachteiligen. Leider musste Anja Karliczek, zuständige Bundesministerin für Bildung und Forschung kurzfristig absagen. Daher wollen wir nun bis Jahresende zu einer Sondersitzung der Fachsprecher in Berlin zusammenkommen, um unsere Positionen rund um die Hochschulpaktmittel gemeinsam mit der Bundesministerin zu erörtern. Die nächste reguläre Sitzung soll im nächsten Jahr in Nordrhein-Westfalen stattfinden.

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