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Die Welt ist fast gerettet! Wissen Sie wer das geschafft hat? Jens Kerstan, der grüne Umweltsenator unserer Stadt. Wissen Sie wie er das geschafft hat? Er hat der Verwaltung verboten Kaffee in Kapseln zu kaufen. Dafür feiern sich die Grünen derzeit in den Sozialen Medien.

Wenn Sie jetzt etwas skeptisch schauen, könnte es sein, dass Sie Recht haben. Tatsächlich ist es nämlich so, dass der gesamte Hamburger Senat im vergangenen Jahr nur Kaffeekapseln im Wert von 118,45€ gekauft hat. Das ergab meine aktuelle Anfrage. Bei einem durchschnittlichen Preis von 40 Cent pro Kapsel werden zukünftig 296 Kaffeetassen ökologisch wertvoller konsumiert. Also eher ein überschaubarer Erfolg. Wäre der neue Leitfaden des grünen Senators zur ökologischen Beschaffung nur eine von vielen Denkschriften, wäre unsere Geschichte nun schon vorbei. Viel erreicht wurde nicht, geschadet hat es aber auch nicht.

Doch weit gefehlt. Es handelt sich um einen verbindlichen Leitfaden für die Beschaffung der Verwaltung Hamburgs. Damit die diversen Einkäufer der unterschiedlichen Einrichtungen unserer Stadt diesen auch tatsächlich befolgen können, werden sie geschult werden müssen. Wie hoch die Kosten für diese Schulungen und den zusätzlichen Verwaltungsaufwand sind, kann der Senat nach eigenen Angaben nicht einmal selbst abschätzen. Dabei wird dieser Aufwand insgesamt nicht unerheblich sein. Der Leitfaden muss erdacht, geschrieben, korrigiert, juristisch geprüft, verabschiedet, online gestellt, gedruckt, verteilt, gelesen, umgesetzt und kontrolliert werden. Dazu kommen die zu erwartenden Mehrkosten für ökologisch hochwertige Produkte. In seiner Antwort geht der Senat davon aus, dass diese Mehrkosten in der Anschaffung durch eine längere Lebensdauer, niedrigere Betriebskosten und günstigere Entsorgung aufgewogen werden. Ob das tatsächlich bei allen Produkten in der Realität, abseits grüner Senatorenträume, so zutrifft, ist mehr als fragwürdig.

Außerdem dürfte der neue Öko-Leitfaden eine weitere Schattenseite haben. Hamburger Unternehmen, die teilweise seit Jahrzehnten die Stadtverwaltung beliefern, könnten bald ihre größten Kunden verlieren. Wenn nämlich entsprechende Ökoprodukte auf dem Markt sind, müssen zukünftig diese von der Stadt gekauft werden. Mehrkosten spielen dabei keine große Rolle. Wenn also Hamburger Unternehmen nicht nach den neusten, grün-gefälligen Standards produzieren, wird die Stadt bei der Konkurrenz kaufen.

Die guten Absichten des Leitfadens will ich insgesamt nicht absprechen. Doch in dieser Form der schlecht durchdachten Verbotspolitik typisch grüner Ausprägung wird er sein Ziel kaum erreichen. Ganz im Gegenteil, sind unabsehbare Kosten und Auswirkungen auf unsere Wirtschaft zu befürchten.

Entsprechend fallen auch die Reaktionen auf Facebook aus. Einziger Kommentar der grünen Social Media Abteilung: “Es ist gar nicht so wichtig, wie viel davon tatsächlich verbraucht wurde.” Senator Kerstan hätte die Welt fast gerettet. Aber eben doch nur fast.

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