Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Datenschutzgrundverordnung, Leistungsschutzrecht und Upload-Filter – in den letzten Monaten ging es in der öffentlichen Debatte beim Thema Internet und Digitalisierung mehr um Verbote und Vorschriften als darum, Innovationen und die Datenkompetenz der Gesellschaft zu stärken. Ein deutsches Phänomen?

Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns Mitte Juni im Austausch mit Dropbox. Das US-Unternehmen hat mittlerweile weltweit über 500 Millionen Nutzer in 180 Ländern und ist nach eigenen Angaben eine weltweit führende Kollaborationsplattform, um die Zusammenarbeit von Teams zu optimieren. Auf Einladung vom Cnetz Verein für Netzpolitik e.V. gab es nun die Gelegenheit zum Austausch mit Bart Volkmer (San Francisco), Gazala Haq (London) und Daniel Florian (Berlin). Dabei ging es auch darum, welche Möglichkeiten Cloud-Dienste für die digitale Vernetzung bieten und inwiefern Akzeptanz und Nutzung eine Frage der Kultur eines Landes.

„Hände hoch, wer hat keinen Dropbox-Account?“, lautete die Einstiegsfrage am Anfang der Diskussionsrunde. Dass sich keine einzige Person meldete, verwunderte nicht zu sehr: Seit Jahren schon ist Dropbox als Cloud-Anbieter bei Privatpersonen wie Geschäftsleuten ein viel genutztes Tool. Datenzugriff vom Smartphone überall, unkompliziertes Home Office und paralleles Arbeiten an einem Projekt – Cloud-Dienste wie Dropbox stehen beispielhaft für die Chancen und den Nutzen der Digitalisierung und werden in den verschiedensten Bereichen verwendet. Dennoch – oder gerade deshalb – wird Datenschutz auch beim Thema Cloud breit diskutiert.

Auch ich bin davon überzeugt: Datenschutz ist wichtig. Niemand möchte ungefragt seine persönlichen Daten weiterverkauft wissen und jeder Cloud-User legt mit Recht Wert darauf, dass seine hochgeladenen Dateien nur von denjenigen eingesehen werden können, für die sie bestimmt sind. Deshalb waren wir uns in der Runde schnell einig, dass eine transparente Regelung des Datenschutzes auch im Interesse der Cloud-Dienstleister ist. Ansonsten sind die langfristigen Erfolgschancen am Markt gering.

Genau hier hakt es in der Politik bei Digitalisierungsfragen häufig. Bei vielen Regulierungsansätzen gilt das alte Sprichwort: Gutes tun zu wollen und tatsächlich Gutes zu tun gehen nicht immer Hand in Hand. Gerade in Deutschland scheinen wir im europäischen Vergleich die Eigenart zu haben, besonders streng und penibel zu sein, wenn es um die Regulierung des Internets geht. Bei aller gebotenen Vorsicht geraten wir dabei im europäischen und weltweiten Vergleich ins Hintertreffen. So wird Deutschland nicht zum Heimathafen für digitale Innovationen, so verlieren wir den Wettbewerb.

Wie wir digitale Innovationen und damit Hamburg als Hub stärken und ausbauen können, wird auch Thema des nächsten Hamburger Gründerfrühstücks im Rathaus sein. Mehr dazu gibt es bald im Newsletter sowie auf Facebook.

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