Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Der Hamburger Wirtschaftsrat hatte kürzlich in einem Positionspapier erklärt, dass Distributed Ledger Technologien wie Blockchain einen zentralen Erfolgsfaktor bei der digitalen Transformation darstellen können. Für den Hamburger Wirtschaftsstandort würde die Etablierung solcher Technologien viele Vorteile mit sich bringen. Einen entsprechenden Antrag bringe ich am 17. Oktober mit der CDU-Fraktion in die Bürgerschaft ein.

Vorausgegangen waren einige Expertengespräche und Diskussionsrunden, u.a. Anfang Juli beim Wirtschaftsrat Hamburg sowie ein Gründerfrühstück der CDU-Bürgerschaftsfraktion zum Thema Blockchain Ende September, sowie eine Senatsanfrage, um den Arbeitsstand der Hamburger Landesregierung zum Thema Distributed Ledger Technologien abzufragen.

Die Anwendung von Blockchain-Technologien würde unserer Stadt in vielen Bereichen zugutekommen. Die Nutzung smarter  Anwendungen könnte für viele in Hamburg ansässige Logistikunternehmen eine Reihe an Prozessen erleichtern und beschleunigen. Nicht nur Logistikunternehmen sondern auch alle anderen Hamburgerinnen und Hamburger würden von einem smarten Verkehrsmanagement mittels Blockchain-Technologie profitieren, zum Beispiel durch weniger Stau. Darüber hinaus wäre ein digitales Bürgerkonto auf Blockchain-Basis für jedermann sinnvoll nutzbar und würde gleichzeitig für die Sicherheit individueller Daten sorgen. Um all diese Vorteile zu nutzen, ist die bisher fehlende Initiative des Hamburger Senats gefragt.

Um praktische Erfahrungen auf dem zukunftsorientierten Gebiet sammeln zu können, braucht Hamburg Investitionen in die Wissenschaft, einen Auf- und Ausbau der vorhandenen Expertise an der HAW, an der Technischen Universität und an der Universität Hamburg, sowie schließlich eine gezielte Förderung von Existenzgründungen im Bereich Blockchain, beispielsweise durch die Einbindung in städtische Pilotprojekte. In unserem Antrag fordern wir den Senat auf, sich endlich mit der Materie auseinander zu setzen und andere Städte, wie München oder Berlin, in Sachen Innovation nicht einfach tatenlos an Hamburg vorbeiziehen zu lassen.

Unsere Kernforderung beruht auf der Einrichtung eines sogenannten “Hamburg Blockchain Institute”. Hier sollten wissenschaftliche Kompetenzen gebündelt, ausgebaut und transferiert werden. Zudem könnte ein Hamburger Blockchain Forum die vorhandenen Aktivitäten als Bestandteil eines neu zu gründenden Clusters “Digitale Technologien und Transformation” für den Standort koordinieren und damit Wirtschaft und Wissenschaft stärker vernetzen. Ein „Hamburg Coin“ könnte schließlich Wirtschaft und Gesellschaft die Möglichkeit geben, unmittelbar zu partizipieren und so Einfluss auf die Entwicklung der Technologie zu geben. Gleichzeitig wäre diese lokale Kryptowährung ein passables Marketingtool, um den Innovationsstandort Hamburg bekannter zu machen.

Wer mehr zum Thema Blockchain erfahren möchte, wird u.a. bei der Süddeutschen Zeitung fündig, die kürzlich einen erklärenden Artikel veröffentlicht hat, wie die Blockchain eigentlich funktioniert. In seinem aktuellen Buch “Das Kapital 4.0” fasst Dr. Uve Samuels, Managing Director der Hamburg School of Business Administration, die wirtschaftlichen Potentiale zusammen.

2 comments

  1. Reply

    Andreas Kitzing 19. Oktober 2018 at 14:28

    Als Ergänzung: Wie Bitcoin (und andere Blockchain-Währungen) funktionieren: http://qr.ae/TUG350

    • Reply

      Carsten Ovens 22. Oktober 2018 at 11:12

      Vielen Dank für die Ergänzung, lieber Andreas. Welche technische Form für einen möglichen Hamburg Coin geeignet ist, lassen wir in unserem Antrag bewusst offen. Daher bin ich dankbar für neue Impulse. SPD und Grüne haben unseren Antrag jedoch abgelehnt, so dass eine städtische Beteiligung hier zunächst leider ausfällt. Wir bleiben am Thema dran. Bring Dich herzlich gerne weiter ein!

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