Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Jüdisches Leben gehört zu unserer Gesellschaft – keine Selbstverständlichkeit, auch nicht 70 Jahre nach der Shoah. So klingt es oft in politischen Reden und wohl gemeinten Äußerungen. Doch die schrecklichen Anschläge in Halle haben uns einmal mehr vor Augen geführt, dass jüdisches Leben in Deutschland nicht überall akzeptiert ist und ihm zum Teil mit Hass und Gewalt begegnet wird. Wer aber jüdisches Leben angreift, der greift uns alle an. Es ist daher an der Zeit, dass wir gemeinsam ein deutliches Zeichen in Hamburg setzen!

Jüdisches Leben in Hamburg stärken

Beschämende Vorfälle, wie die Spuckattacke auf Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und Eliezer Noe, Vorstandsmitglied der jüdischen Gemeinde Hamburgs, haben jedoch auch schmerzhaft gezeigt, dass sich unsere Stadt trotz all seiner Bemühungen noch mehr für den Schutz und die Entwicklung des jüdischen Lebens einsetzen muss.

Eine solche Aufgabe kann nicht nur von einer Person oder einer Partei angestoßen und ausgeführt werden. Umso mehr habe ich mich über die fraktionsübergreifende Idee gefreut, den Wiederaufbau der von den Nationalsozialisten zerstörten Synagoge am Bornplatz (der heute Joseph-Carlebach-Platz heißt) voranzutreiben. Neben positiven Signalen aus der Politik haben auch Religionsvertreter verschiedener Konfessionen ihre Unterstützung deutlich gemacht. Ein solches Projekt, von Nazis zerstörtes jüdisches Kulturgut wiederaufzubauen, wäre eine Bereicherung für unsere Stadt, würde jüdisches Leben in Hamburg stärken und ein deutliches Signal gegen antisemitischen Hass senden.

Liberale jüdische Gemeinde sucht sichere Bleibe

Darüber hinaus setze ich mich dafür ein, dass die liberale jüdische Gemeinde Hamburgs (LJGH) endlich eine permanente Bleibe finden kann, welche die entsprechende Sicherheit gewährleisten kann. Die LJGH gründete sich erstmals 1817 und bereichert seit 2004 in ihrer jetzigen Form wieder das jüdische Leben in Hamburg. Seit ihrer Wiedergründung ist die Gemeinde auf der Suche nach eigenen Räumlichkeiten und muss das Gemeindeleben auf drei provisorische Standorte aufteilen. Keiner der drei provisorischen Standorte verfügt über eine ausreichende Sicherheitsausstattung, die Sicherheitstüren, einen Sicherheitsdienst und Videoüberwachung beinhaltet, sodass das Gemeindeleben aufgrund vieler Sicherheitsbedenken leidet. In einer Anfrage habe ich den Senat um Auskunft gebeten, wie dazu die derzeitigen Bemühungen stehen und wie vor allem für die Sicherheit der Gemeinde gesorgt werden kann.

Nie mehr Antisemitismus in Deutschland dulden

Nie mehr darf jüdisches Leben in Deutschland eingeschränkt, bedroht oder unterdrückt werden. Der Wiederaufbau der zerstörten Synagoge und die Findung eines dauerhaften und sicheren Orts für die LJGH sind dafür wichtige Zeichen. Auch beim Thema Antisemitsmusbeauftragter kommt Bewegung in die Sache: Nachdem ich die Schaffung dieses Amts im Herbst 2018 vorangetrieben habe, möchte der rot-grüne Senat endlich tätig werden. Doch müssen unsere Bemühungen hier noch tiefer gehen. Wie können wir die Verbreitung von antisemitischem Gedankengut konsequent unterbinden? Jeder von uns kann einen positiven Beitrag leisten, sich Antisemitismus und negativen Äußerungen gegenüber anderen Menschen im Alltag klar entgegen stellen, ob am Stammtisch, im Verein oder auf der Arbeit. Wer sich hier mit Ideen und Anregungen einbringen möchte, schreibt mir gerne direkt.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.