Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Hamburg soll Metropole des Wissens werden. Dafür setzte ich mich gemeinsam mit der CDU ein. Auch der rot-grüne Senat hat sich das Ziel ins Pflichtenheft (Koalitionsvertrag) geschrieben. Doch überwiegen seit Beginn der Legislatur vor allem die Ankündigungen, weniger die tatsächlichen Handlungen in der wissenschaftspolitischen Arbeit der Landesregierung. Deshalb hat unsere CDU-Bürgerschaftsfraktion für das Frühjahr 2018 eine Reihe von parlamentarischen Initiativen vorbereitet, um Butter bei die Fische zu geben, wie man so schön sagt. Dazu gehört auch unser Antrag für ein neues Hamburger Naturkundemuseum in Hamburg.

Der Grundstein hierzu wurde bereits 2014 mit der Gründung des Centrums für Naturkunde (CeNak) gelegt. Im vergangenen November folgte dann die Gründung der Stiftung Naturkunde Hamburg. Nun wird es Zeit für eine klare Positionierung von Bürgerschaft und Senat. Zu tun gibt es genug: Es müssen Kosten evaluiert, ein geeignetes Grundstück (oder Bestandsgebäude) ausgewählt, Sponsoren und Mäzene gefunden und ein nachhaltiges Betriebsmodell für das “Evolutioneum” erarbeitet werden.

Ein modernes Naturkundemuseum kann die naturwissenschaftliche Forschung auf internationalem Spitzenniveau ermöglichen und die Erkenntnisse gleichzeitig für Hamburger und für auswärtige Besucher erlebbar machen. Zudem würde es die Museumslandschaft Hamburgs bereichern. Zusammen mit dem geplanten Deutschen Hafenmuseum kann ein neues Naturkundemuseum einen wichtigen Beitrag leisten, Hamburg als Metropole des Wissens zu stärken. Darüber diskutierten wir im im Januar 2018 mit dem Landesfachausschuss Wissenschaft der CDU Hamburg: Prof. Dr. Matthias Glaubrecht, Direktor des Centrums für Naturkunde, war unser Gesprächspartner.

Offen ist, ob ein Neubau oder ein umgewidmetes bestehendes Gebäude die neue Heimat des Naturkundemuseums werden könnte. So oder so soll das Naturkundemuseum wieder an seine rumreichen Tagen anknüpfen können: bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg war das Hamburger Naturkundemuseum die Nummer 2 auf deutschem Boden. Leider wurde das Museum nach dem Krieg nie wieder aufgebaut. Ein Teil der Exponate blieb jedoch erhalten und befindet sich heute im Besitz der Universität Hamburg.

Dort ist jedoch bislang kein Platz für ein modernes Naturkundemuseum. Die derzeit genutzten Gebäude der Universität an der Bundesstraße sind baufällig und geben weder Forschung noch Ausstellung ausreichend Raum. Zwar bekam das Museum im Mai 2017 ein neues Eingangsportal und das Foyer wurde als ansprechende Ausstellungsfläche modernisiert, doch sind dies bislang nur kosmetische Maßnahmen, die weit unter den eigentlichen Möglichkeiten bleiben. Ein Neubau oder der Bezug eines historischen Gebäudes hingegen würde die Naturwissenschaften wieder stärker in die Öffentlichkeit bringen. Das sollte im Interesse aller Beteiligten liegen.

Wenn Dr. Peter Tschentscher am 28. März zum neuen Hamburger Bürgermeister gewählt wird, hat er die Chance, mit diesem Projekt zu zeigen, ob er ein Freund und Förderer der Wissenschaft ist. Im Doppelinterview mit Wissenschaftssenatorin Fegebank sowie mit seinem Wirken als Finanzsenator gab es sich bislang mehr als zurückhaltender Knauserer, denn als kluger Investor in die Zukunft unserer Hansestadt. So laden wir nun alle Fraktionen in der Bürgerschaft dazu ein, unseren Antrag in der Sitzung des Parlaments am 28. März zu unterstützen, und dieses Projekt gemeinsam anzuschieben. Dem zukünftigen Bürgermeister mag die Initiative als Impuls dienen, was möglich ist, wenn man denn nur will.

 

Foto: Der alte Eingang des Centrums für Naturkunde.

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.