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Am 2. Oktober befasste sich der Wissenschaftsausschuss der Hamburgischen Bürgerschaft mit dem Engagement der Hamburger Hochschulen für Flüchtlinge. Ganz klar ist: Wie die Hamburger Hochschulen mit ihrer Verantwortung umgehen ist vorbildlich.

Alle Hochschulen unserer Stadt engagieren sich auf die eine oder andere Art, die meisten planen auch weitergehende Angebote. Den Verantwortlichen an den Universitäten und Hochschulen ist klar, dass Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt der Kern einer langfristigen Integration der Ankommenden sind. Die Hochschulen besitzen als Bildungsstätten hin zu beruflich qualifizierenden Abschlüssen eine Gatekeeper-Funktion. Trotz des großartigen Engagements hakt es noch an mehreren Stellen und es gibt offene Fragen, auf welche SPD und Grüne bislang keine Antwort haben:

Wie kann die Studierfähigkeit nachgewiesen werden, wenn Zeugnisse und Unterlagen auf der Flucht verloren wurden? Wie sollen entsprechende Tests aussehen, wer soll diese vornehmen und woher sollen die notwendigen Mittel dazu kommen?

Sollen Flüchtlinge um reguläre Studienplätze mit deutschen Abiturienten konkurrieren oder im Rahmen sogenannter Ausländerkontingente aufgenommen werden? Zumindest die Universität Hamburg will die zusätzlichen Studenten auf Plätze für internationale Bewerber setzen. Brauchen wir womöglich grundsätzlich mehr Studienplätze um den zusätzlichen Bewerberdruck abzufedern? Woher sollen die dazu notwendigen Mittel kommen?

Die Sprachkompetenz ist ein weiteres Thema. Die meisten Vorlesungen an Hamburger Hochschulen finden auf Deutsch statt und setzen hohe Sprachkenntnisse voraus. Es fehlt an Angeboten auf Englisch, welches mit dem derzeitigen Lehrkörper auch nicht überall direkt zu realisieren ist. Der Senat schweigt bislang zu diesem Thema.

Wie soll der Spracherwerb für Flüchtlinge ermöglicht werden, gerade auch wenn diese kein ausreichend gutes Englisch sprechen? Laut Aussagen des Präsidiums der Universität Hamburg kostet ein Sprachkurs für Flüchtlinge, inklusive der notwendigen Verwaltung, für 25 Teilnehmer ungefähr 100.000€ im Jahr. Woher sollen die notwendigen Mittel kommen?

Wie können die Flüchtlinge insgesamt über das deutsche Hochschulsystem und seine Anforderungen aufgeklärt werden, damit möglichst alle Studieninteressierten erreicht werden? Im Wissenschaftsausschuss kam die Idee eines zentralen Beratungscenters auf, welche wir als CDU unterstützen würden. SPD und Grüne setzen dagegen und wollen im Rahmen der Initiative “Work and Integration for Refugees (WIR)” zunächst ein Kompetenzkataster der in Hamburg befindlichen Flüchtlinge erstellen.

Abschließend noch ein technisches Thema: In den meisten Studiengängen wird der Zugriff auf Computer vorausgesetzt. Wie sollen Flüchtlinge ohne Computer oder Laptops digitales Prüfungsmanagement betreiben, Recherchieren, Hausarbeiten anfertigen oder Präsentationen vorbereiten?

An vielen Stellen wird offensichtlich, dass insbesondere die zukünftige Finanzierung der Bemühungen der Hochschulen sichergestellt werden muss. Integration an den Hochschulen wird es nicht zum Nulltarif geben können. Hier muss der Senat dringend nachjustieren und benötigte Mittel bereit stellen. Dafür werde ich mich gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion einsetzen.

Insgesamt zeigte die Diskussion im Wissenschaftsausschuss, dass Hamburgs Hochschulen engagiert wichtige Schritte zur Integration der Flüchtlinge gemacht haben. Es bleiben aber noch viele offene Fragen und Baustellen. Nun ist es am Senat und an Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, dieses Engagement nicht am langen Arm verdursten zu lassen. Dafür müsste die Wissenschaftspolitik zu einem Schwerpunkt von Rot-Grün gemacht werden, was bislang leider nicht absehbar ist.

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