Let’s innovate! #DigitalAdvocacy | #DigitalEconomy | #InternationalRelations

Hamburg soll sich zur pulsierenden Startup-Metropole entwickeln. So lautet der politische Anspruch unserer CDU. Als Gründer, egal ob hippes Startup oder in eher traditionellen Bereichen, benötigt man viel Knowhow. Dazu wird bundesweit bereits an vielen Universitäten und Hochschulen unter dem Begriff „Entrepreneurship“ geforscht und gelehrt.

Als Fachsprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion für Wissenschaft und digitale Wirtschaft (Fokus Startups) ist es mir gleich ein doppeltes Anliegen, dieses Thema auch in Hamburg voran zu bringen. Dazu habe ich den Senat befragt (Drucksache 21/729): Lediglich acht Lehrstühle an Hamburgs staatlichen Universitäten beschäftigen sich direkt oder indirekt mit dem Thema Existenzgründung. Vier davon sitzen an der Universität Hamburg, zwei an der HAW und zwei an der TU Hamburg-Harburg. Von einer Schwerpunktsetzung kann man unter diesen Umständen eindeutig nicht sprechen.

Nun liegt es in der Autonomie der Universitäten und Hochschulen, eigenständig festzulegen, in welchen Bereichen geforscht und gelehrt werden soll. Der SPD-Senat ist jedoch in der letzten Legislatur mit dem Ziel angetreten, die Hamburger Startup-Szene voran zu bringen. Auch Rot-Grün möchte auf den fahrenden Zug aufspringen und mehr für die Gründermetropole Hamburg tun.

Die nun vorliegenden Informationen aus der Wissenschaftsbehörde sprechen jedoch eine andere Sprache: in meiner schriftlichen kleinen Anfrage habe ich zusätzlich vom Senat wissen wollen, wie viele Lehrstühle an Hamburgs staatlichen Universitäten und Hochschulen sich dem ebenfalls jungen Gebiet der Gender Studies verschrieben haben. Immerhin 18 Professuren beschäftigen sich bereits mit diesem Themenfeld. Die privaten Hochschulen bedienen dieses Thema allerdings gar nicht.

Ein weiterer Vergleich der reinen Zahlen: laut der äußerst dünnen Auskunft des Senats fließen in den Bereich Entrepreneurship an unseren Hochschulen insgesamt rund 360.000€ (wobei sich diese Summe ausschließlich auf die TU Hamburg-Harburg bezieht). Für Gender Studies werden pro Jahr knapp eine halbe Million Euro öffentlicher Gelder aufgewendet. Dabei will ich die Sinnhaftigkeit der Gender Studies nicht in Frage stellen und auch die beiden jungen Forschungsgebiete nicht gegeneinander aufwiegen. Es zählt die Autonomie der Hochschulen.

Vergleicht man dennoch die zwei Themenfelder, so kann man (optimistisch betrachtet) von einer finanziellen Gleichstellung sprechen. Wenn der rot-grüne Senat das Thema Entrepreneurship nun ernsthaft voran bringen möchte, dann sind Wissenschafts- und Wirtschaftsbehörde gut beraten, gemeinsam mit den Universitäten und Hochschulen auch entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen.

Dazu braucht es vor allem ausreichend finanzielle Mittel. Weiterhin versickern die BAföG-Millionen dennoch im allgemeinen Haushalt, anstatt an die Hochschulen zu fließen, wie es mit dem Bund vereinbart war. Einen Teil der jährlichen Summe könnte die Stadt gut für ein gesondertes Programm zu Schaffung von Lehrstühlen mit dem Schwerpunkt Entrepreneurship verwenden – ohne an anderer Stelle kürzen zu müssen. Davon würde Hamburg insgesamt profitieren. Eine entsprechende Initiative werde ich gemeinsam mit unserer CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft auf den Weg bringen.

 

Foto: Das Hauptgebäude der Universität Hamburg 

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.