Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Rund 30 Kilometer Bahnstrecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen sollen mit Oberleitungen elektrifiziert werden, damit hier künftig die Hamburger S-Bahn statt wie bisher die AKN fahren kann. Dieses wichtige Projekt soll Pendlern aus Schleswig-Holstein sowie den äußeren Hamburger Stadtteilen ermöglichen, schneller und bequemer direkt bis zum Hauptbahnhof durchzufahren – dafür engagieren wir uns als CDU seit vielen Jahren.

Auf meine Anfrage musste der rot-grüne Senat bereits im Februar eingestehen, dass die geplante Inbetriebnahme der S21 im Jahr 2020 nicht zu halten ist. Nun kommt die nächste Negativnachricht aus der Hamburger Verkehrsbehörde: Das Projekt verzögert sich um mehrere Jahre, die S21 soll nun frühestens Ende 2025 über Schnelsen und Eidelstedt bis zum Hamburger Hauptbahnhof rollen.

Diese erneute Verzögerung bringt viele Probleme mit sich, wie Rot-Grün auf meine neue Anfrage einräumen muss. Die für die Strecke vorgesehenen Züge müssten bis Ende November bestellt werden müssen, damit die Preisbindung des Herstellers nicht verfällt – da jedoch die Strecke nicht vor Ende 2025 genutzt werden kann, werden die Züge erst deutlich später und damit zu einem teureren Stückpreis bestellt.

Durch die Entscheidung, im Bereich Ellerau nun doch nur eingleisig auszubauen, müssen die Planungen hier erneut umgeworfen werden, was momentan noch nicht mal eine seriöse Gesamtkostenschätzung erlaubt. Gefährlich hierbei: Für Projekte dieser Art wird ein Kosten-Nutzen-Faktor errechnet. Unterschreitet ein Projekt hier die positive Grenze, erlischt der Anspruch der für den Ausbau benötigten Bundesmittel. Der Senat will hier zwar keine Gefährdung sehen, bleibt aber in seiner Einschätzung für den eingleisigen Ausbau beunruhigend vage und kann keinen konkreten Zeitpunkt für die Entscheidung des Bundes über die Förderfähigkeit nennen.

Das für Schnelsen, Eidelstedt sowie das Hamburger Umland so wichtige Projekt bleibt also weiter in der Schwebe – zu Lasten von Anwohnern und Pendlern. Gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte ich bereits im April vorgeschlagen, die für die S21 vorgesehene Haltestelle Schnelsen-Süd schon vorzeitig fertigzustellen und in das AKN-Netz einzugliedern. Nach nun erfolgter Auskunft des rot-grünen Senats ist dies vermeintlich technisch nicht möglich – kaum vorstellbar, daher sollte hier nochmals eine genaue Prüfung erfolgen.

So müssen Schnelsens Süden sowie Eidelstedt mindestens weitere sieben Jahre auf die S21 warten. Die von Rot-Grün selbst ausgerufene „Dekade des Schnellbahnbaus“ entpuppt sich immer mehr als ein PR-Gag, denn als seriöse Politik mit messbaren Ergebnissen. Das ist nicht akzeptabel.

Gemeinsam mit den Kollegen in der Bezirksfraktion werde ich mich weiterhin für eine zügige Verbesserung des Nahverkehrs in unseren Stadtteilen einsetzen. Wenn Sie zum Thema S21 oder anderen ÖPNV-Themen Fragen oder Anregungen haben, schreiben Sie mir gerne.

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