Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die Hansestadt Hamburg gilt als die deutsche Hauptstadt der Games-Szene, doch verlief die Entwicklung gerade in den letzten Jahren nicht immer optimal. Der Games-Standort Hamburg hofft nun auf ruhigeres Fahrwasser und setzt auf eine stärkere Unterstützung von staatlicher Seite, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Neben Hamburg zählen in der Games-Branche Berlin, Köln und Karlsruhe zu den Hotspots, an denen auch die meisten Arbeitsplätze bestehen. Aber auch Bayern hat in den letzten Jahren durch eine gezielte Förderung der Gamesbranche einen enormen Schub bekommen.

Fünf der zehn größten Spielehersteller (Goodgame Studios, Bigpoint, Inno Games, Gamigo und Daedalic) haben ihren Sitz bei uns in der Hansestadt. Großevents wie die ESL One, begeisterten im letzten Jahr alleine tausende von Gamern. Und in der Bürgerschaft diskutierten wir in 2017 u.a. darüber, um eSport nicht als Sport anerkannt werden sollte. Als Fachsprecher für digitale Wirtschaft der CDU-Fraktion beschäftigt mich das Thema insgesamt seit Beginn der Legislatur im Parlament. Dazu zählt natürlich auch ein Austausch mit den in Hamburg ansässigen Unternehmen, die ich teilweise bereits im Herbst 2015 besuchte. Auch der Dialog mit Branchenvertretern in Hamburg und Berlin ist wichtig und hilfreich, wie beispielsweise mit dem Bundesverband game. Schließlich habe ich auch an verschiedene Fachtagungen teilgenommen.

Die Entwicklung der Branche an Alster und Elbe ist so etwas wie ein Fieberthermometer für den Rest des Landes. Ein wichtiges Segment ist das sogenannte Free2play-Modell, kostenfreie Browsergames, Online-Games und Mobilegames, mit denen die Unternehmen durch kostenpflichtige Zusatzmodule Geld verdienen. Das rapide Wachstum in diesem Feld hat Umsätze und Belegschaften binnen weniger Jahre stark anwachsen lassen. Allerdings ist das Geschäftsmodell auch schnell angreifbar, regelmäßige Innovationen sind deshalb von großer Bedeutung, um die geschaffenen Arbeitsplätze auch zu erhalten.

Die staatliche Förderung ist in Deutschland bislang vergleichsweise niedrig. Im internationalen Wettbewerb ist das ein klarer Standortnachteil für deutsche Games-Produzenten. So fördern andere Staaten (wie etwa die USA und Großbritannien) ihre einheimische Gamesbranche schon seit etlichen Jahren deutlich stärker, was dazu führte, dass die Gamesbranche in diesen Ländern immer größer wurde. Derweil sank beispielsweise die Anzahl der Beschäftigten in der deutschen Computer- und Videospielebranche im letzten Jahr um 13%.

In Hamburg gab es unter den CDU-Senaten noch eine spezielle Förderung von Startup-Unternehmen aus der Gamesbranche. Dieses Programm wurde „Prototypenförderung“ genannt und bereits 2006 initiiert, um im Standortwettbewerb bei der Ansiedlung von Games-Unternehmen einen Vorteil zu gewinnen. In der Zeit der Förderung standen interessierten Startups fast eine Millionen Euro für zinslose Darlehn zur Förderung von Games- und Animationsprojekten bereit. Das erfolgreiche Programm wurde jedoch nach dem Regierungswechsel 2011 nicht verlängert.

Ebenfalls zu Zeiten der CDU-Regierung ins Leben gerufen wurde die Initiative gamecity:hamburg, welche sich dafür einsetzt, dass der Standort Hamburg für Unternehmen aus der Gamesbranche interessanter wird. Auch durch die gute Arbeit der gamecity:hamburg Initiative hat sich die Zahl der Arbeitsplätze in Hamburg binnen weniger Jahre von 800 auf 4.000 verfünffacht.

Unsere Stadt hat es also geschafft, sich als eine der Hochburgen in der deutschen Games-Branche zu etablieren. Bei all den aktuellen Diskussionen um Startups und Ausgründungen aus Hochschulen sollte dieser Sektor deshalb nicht in Vergessenheit geraten. Politisch kommt es darauf an, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Hamburgs Stärke in diesem Bereich auszubauen.

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