Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Einen grünen Stadtteil machen insbesondere die Vielzahl an Bäumen aus, die in Gärten und Parks oder auf der Straße das Erscheinungsbild unverwechselbar verschönern, unsere Luftqualität verbessern und so auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Eine hohe Lebensqualität in Hamburg ist ohne unseren reichen Baumbestand nicht denkbar.

Eigentlich ein Konsens, sollte man meinen. Umso schockierender ist, wie viele Bäume im Bezirk Eimsbüttel seit 2015 gefällt wurden. Meine Anfrage an den Senat ergab, dass Rot-Grün im öffentlichen Raum 902 Bäume gefällt, jedoch lediglich 409 neu gepflanzt hat – ein Verlust von 493 Bäumen in vier Jahren. Die Gründe für das Fällen eines Baumes können unterschiedlicher Natur sein: Der Baum kann krank oder morsch sein oder muss einem wichtigen Bauprojekt weichen. Und nicht in jedem Fall mag deswegen eine Neupflanzung an alter Stelle möglich sein. Eine so krasse Differenz zwischen Fällungen und Neupflanzungen ist jedoch völlig unverständlich und gefährdet die Lebensqualität in unseren Stadtteilen.

Leider sieht die Lage für den privaten Baumbestand nicht besser aus. Im Gegenteil: Innerhalb der letzten drei Jahre wurden 6.539 Bäume gefällt, jedoch lediglich 3.672 neugepflanzt. 3.949 dieser gefällten Bäume standen alleine in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen, wo lediglich 2.330 neugepflanzt wurden – ein Verlust von 1.619 Bäumen nur in unserem Wahlkreis. Rechnet man die Entwicklung des öffentlichen und privaten Baumbestands zusammen, hat der gesamte Bezirk Eimsbüttel alleine in den Jahren 2016 und 2017 netto 3.144 Bäume verloren, sprich: über 3.100 Bäume fehlen jetzt in unseren Straßen, Gärten und Grünanlagen.

Wie genau die Gesamtstatistik für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen aussieht, kann aus den ungenauen Zahlen des Senats für den öffentlichen Raum nicht ermittelt werden. Der Grund hierfür: Der Senat hinkt bei der Digitalisierung der Verwaltung so hinterher, das Baumkataster ist noch nicht digitalisiert worden, beispielsweise durch eine fälschungssichere Blockchain-Lösung. Für eine Auswertung der in Papierakten erfassten öffentlichen Baumbestände für die einzelnen Stadtteile fehlte dem Senat die Zeit. Auch können aufgrund der veralteten Prozesse noch keine Zahlen zum öffentlichen Baumbestand für 2018 genannt werden. So bleibt das genau Ausmaß des Baumschwunds in Lokstedt, Niendorf und Schnelsen ungewiss.

Eine gelähmte Verwaltung und ein zunehmend kahles Eimsbüttel sind keine guten Boten für die von Rot-Grün geplante Nachverdichtung ohne Maß. Es ist schwer verständlich, wie unter einer grünen Regierungsbeteiligung auf Bezirks- und auf Landesebene die Zahl der Bäume in unseren Stadtteilen so dramatisch sinkt. Das Klima retten zu wollen, indem man unsinnige Fahrverbote für Diesel erlässt und zeitgleich zum Kahlschlag an unseren Bäumen ansetzt, lässt einen einmal mehr mit Kopfschütteln über die Umweltpolitik des Senat zurück.

Als Wahlkreisabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen liegt mir an begrünen Stadtteilen, in denen Umwelt, Nachverdichtung und Verkehrspolitik pragmatisch und ohne Ideologie gedacht und umgesetzt werden. Helfen Sie dabei mit und bringen Sie sich ein. Auf Ihre Meinung freue ich mich.

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