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Im letzten Jahr bejubelten SPD und Grüne die vermeintliche Spitzenposition Hamburgs in der deutschen Startup-Szene. Genauer betrachtet galt dies ohnehin nur, wenn man die Zahl der gegründeten Startups je 10.000 Einwohner nimmt. Ein differenziertes Bild präsentiert nun das Startup-Barometer der Unternehmensberatung EY, das sowohl Finanzierungsrunden wie auch investiertes Kapital für die deutsche Startup-Szene betrachtet.

Das Startup-Barometer zeigt schonungslos, wie groß die politischen Baustellen in Hamburg noch sind. Während die Zahl der Finanzierungsrunden im Vergleich zum Vorjahr bundesweit steigt, sinkt sie in Hamburg. Auch mit Blick auf das investierte Kapital entwickelt sich Hamburg unterdurchschnittlich. Der bundesweite Anteil des in die hiesige Gründerszene investierten Kapitals ging im Vergleich zum Vorjahr sogar zurück. Fast 70% der Investitionen in die deutsche Startup-Szene entfallen derweil auf Berlin, nach Hamburg gehen gerade mal 5,3%.

Ähnlich sieht es für alle einzelnen Segmente der Startup Szene aus. Bei FinTechs liegt Hamburg mit 152 Mio. € investiertem Kapital weit hinter Berlin (295 Mio. €), Hamburgs Mobility Startups landen bundesweit lediglich auf Platz 4, der Media & Entertainment Sektor landet auf Platz 5, im Bereich Digital Health steht Hamburg abgeschlagen sogar nur auf Platz 9. Entsprechend verwundert es nicht, dass unter den Top Transaktionen 2017 kein Hamburger Startup gelistet wird.

Keine Frage, der Startup-Standort Hamburg entwickelt sich grundsätzlich gut. Viele private Initiativen machen dies möglich. Hamburg Startups vernetzt die Szene, das Startup Dock an der Technischen Universität Hamburg ist die erste universitäre Einrichtung, zur strukturierten Unterstützung von Ausgründungen aus den Hamburger Hochschulen. Weitere Angebote von Unternehmen, wie z.B. der Health Innovation Port von Philips oder das BizLab von Airbus sowie einige weitere von der Wirtschaft initiierte Acceleratoren, entwickeln die Startup-Landschaft an Alster und Elbe weiter. Dazu kommen viele private Coworking Spaces (z.B. das betahaus, MINDSPACE und wework), die der Szene ein Zuhause geben und die Community untereinander vernetzen.

Umso ärgerlicher ist es, dass die rot-grüne Landesregierung bei diesem Thema keine Fahrt aufnimmt und mehr blockiert, als ermöglicht. Beispielsweise wird der 2016 durch die Bürgerschaft beschlossene und von SPD und Grünen groß angekündigte Innovations-Wachstumsfonds frühestens Mitte 2019 aktiv werden, wie nach mehrfachen parlamentarischen Nachfragen unserer Fraktion im Sommer des letzten Jahres bekannt wurde. Die Startups von Heute bilden den Mittelstand von Morgen. Wenn Hamburg Innovationsmetropole sein soll, muss der rot-grüne Senat endlich die Rahmenbedingungen schaffen: Innovationsparks an allen Hochschulen, bessere Angebote für frühe Finanzierungsrunden und eine echte Unterstützung der Startup-Szene, um nationale und internationale Investoren zu erreichen und nach Hamburg zu holen.

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