Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Einfach in den Bus oder die U-Bahn steigen und zum Ziel fahren ohne sich dabei Gedanken über Fahrkarten, Preise oder Kontrollen machen zu müssen. Diesen Vorteil genießen viele Arbeitnehmer in Hamburg durch die sogenannte „ProfiCard“ des HVV.

Das vergünstigte Monatsabonnement für den öffentlichen Nahverkehr können Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten, wenn Sie dem HVV mindestens 20 Nutzer garantieren können. Bei deutlich mehr Abnehmern gibt es zwei weitere Preiskategorien mit noch einmal deutlich günstigeren Konditionen. Der öffentliche Nahverkehr soll so für Pendler attraktiver gemacht werden. Außerdem entsteht dem HVV weniger Verwaltungsaufwand, da er es nur mit einem Abnehmer, dem Unternehmen, zu tun hat. Die Verteilung der Karten auf die Mitarbeiter muss, ebenso wie ihre Bezahlung, vom jeweiligen Unternehmen selbst geleistet werden.

Dieses Konzept ist auch für die Unternehmen attraktiv. Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels suchen Arbeitgeber verstärkt nach geldwerten Vorteilen, mit denen Sie die begehrten Köpfe, zusätzlich zur regulären Entlohnung, begeistern können. In größeren Hamburger Unternehmen ist das Angebot einer, für die Mitarbeiter häufig sogar kostenlosen, ProfiCard entsprechend zum Standard geworden.

Auch viele kleinere Unternehmen möchten ihren Mitarbeitern diesen Vorteil anbieten. Das gilt insbesondere für die die Startup-Szene. Einerseits haben junge Unternehmen wenig finanziellen Spielraum um geeignete Fachkräfte anzuwerben. Andererseits sind aufgrund der kleinen Teams gerade hier gute Mitarbeiter entscheidend für den Erfolg des Projekts. Außerdem trifft dieser Kampf um die besten Köpfe in Startups häufig auf ein ausgeprägteres, ökologisches Verantwortungsbewusstsein. Für die Startups sind diese HVV-Karten also in vielerlei Hinsicht attraktiv. Gestoppt werden sie jedoch von der Untergrenze von 20 Abnehmern, welche der HVV für die Beantragung von ProfiCards für ein Unternehmen voraussetzt. Eine für Startups, gerade in der volatilen Frühphase ihrer Entwicklung, utopisch hohe Hürde. Um hier zu helfen und von Seiten der Stadt Hamburg auch ein Zeichen für Gründer- und Startup-Freundlichkeit zu setzen besteht Handlungsbedarf.

Gemeinsam mit der CDU-Fraktion habe ich dazu nun einen Antrag in die Hamburgische Bürgerschaft eingebracht. Aus meiner Sicht gibt es zwei mögliche Ansätze: Optimal wäre es, Unternehmen bereits ab fünf Abnehmern die ProfiCard zu einem vergünstigten Tarif als „StartupCard“ zu ermöglichen. Alternativ könnte es Unternehmen erlaubt werden, Zusammenschlüsse zu bilden um im Verbund gemeinsam „StartupCards“ beim HVV zu beantragen. Gemeinsam könnten sie die Abnahmemengen zur Beantragung der unterschiedlichen Vergünstigungsstufen schneller erreichen.

Für die erste Lösung spricht insbesondere, dass derzeit kein anderes Bundesland eine echte StartupCard anbietet. Allein die Einführung würde ein positives Signal in die Szene senden und Hamburger Startups bei ihrem Werben nach Fachkräften unterstützen. In Berlin ist es bereits möglich, einen Zusammenschluss von Unternehmen zu bilden, die dann gemeinsam die notwendige Menge an Fahrkarten abnehmen. Eine solche Lösung wäre daher auch für Hamburg denkbar. Meiner Meinung nach müsste dieses Angebot jedoch im Sinne des beschriebenen Kampfes gegen den Fachkräftemangel ebenso offensiv als Startup-Initiative beworben werden.

In der Politik wird häufig bemängelt, dass es wenig konkrete Ansatzpunkte zur Startup-Förderung gäbe. Zu divers sind angeblich die Ansprüche der Unternehmen aus allen denkbaren Branchen und Szenen. In diesem Fall haben wir jedoch die konkrete Chance eine Verbesserung für alle Startups in unserer Stadt zu erreichen. Also packen wir es an!

Wenn Sie mit mir direkt über dieses Thema sprechen wollen, schreiben Sie mir einfach eine E-Mail.

 

Foto: https://pixabay.com/de/bus-haltestelle-hamburg-meine-perle-698406/ – pixabay.com

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