Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Hamburg ist die Games-Hauptstadt Deutschlands. Diesen inoffiziellen Titel trägt Hamburg schon lange, viel zu wenige aber wissen darüber. Dabei geht es in der Games-Branche um viel mehr als um einen kurzweiligen Zeitvertreib für Jugendliche. Für die Bereiche Wirtschaft, Bildung und technische Innovation ist sie von großer Bedeutung und muss daher konsequent in Hamburg weiterentwickelt werden. Computerspiele sind Kulturgut und Wirtschaftsfaktor. Darum liegt mir die Games-Branche Hamburgs seit langem am Herzen.

Warum sind Games überhaupt wichtig?

Zunächst einmal ein ganz banaler Grund: Weil sie Spaß machen. In so vielen von uns – zumindest in mir selbst – steckt doch irgendwie ein kleiner Gamer. Mario, Siedler oder Need For Speed haben mich in meiner Jugend begeistert. In unserer mehr und mehr digitalen Welt nehmen Games dabei eine immer größere Rolle ein, denn das Spielen gehört zum Erwachsenwerden dazu. Eine Begeisterung, die sich viele Menschen bis ins Erwachsenenalter bewahren – auch wenn die Zeit dafür knapper sein mag und das Daddeln mehr auf kurze Pausen mit dem Smartphone beschränkt ist. Mehrere tausend Menschen, die zu Gaming-Events wie der ESL One kommen, zeigen eindrucksvoll, wie viele Menschen vom Gaming begeistert sind.

Hinter Gaming steckt aber noch viel mehr als bloß Spaß und Zeitvertreib – das Stichwort Gamification hat in vielen Lebensbereichen eine immer stärker werdende Bedeutung. Spielerische Elemente finden sich schon länger vor allem im Bildungssektor wieder, aber auch die Automobilindustrie oder das Gesundheitswesen entdecken das Gaming. Das liegt sicher auch daran, dass die Branche in den vergangenen Jahren durch Innovation nicht mehr auf das klassische Computerspiel auf dem heimischen PC begrenzt ist – Free2play-Modell, kostenfreie Browsergames, Online-Games und Mobilegames machen den Spielespaß auch unterwegs und ohne komplizierte Installation möglich.

Bundesregierung und Bundestag haben die Bedeutung der Branche längst erkannt. Spitzenpolitiker wie Staatsministerin Dorothee Bär MdB und Thomas Jarzombek MdB engagieren sich für die deutsche Games-Szene – gemeinsam mit dem cnetz unterstütze ich diese Arbeit gern. Jüngst übernahm der Bundestag auch eine Forderung der Jungen Union Deutschlands und verlängerte die Games-Förderung. Angesichts des großen und wachsenden Potenzials ist das Fördern von Computerspielen also nicht nur eine Frage des Kultur- und Unterhaltungssektors, sondern ist in Hamburgs ureigenstem wirtschaftlichen Interesse.

Der Games-Standort Hamburg

Fünf der zehn größten Spielehersteller (Goodgame Studios, Bigpoint, Inno Games, Gamigo und Daedalic) haben ihren Sitz bei uns in der Hansestadt und sichern nicht nur rund 4.000 Arbeitsplätze in unserer Stadt, sondern stehen an der Spitze in Hamburg, was digitale Innovation angeht. In unserer Regierungszeit angestoßene Initiativen wie gamecity:hamburg haben dazu einen großen Beitrag geleistet. Doch was unter den CDU-Senaten bis 2010 durch Maßnahmen wie die Prototypenförderung, die interessierten Startups fast eine Millionen Euro für zinslose Darlehn bot, eingeführt wurde, wird seit dem Regierungswechsel zur SPD nicht mehr länger gefördert.

Im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern gibt es in Hamburg keine eigene Förderung der Entwicklung von Games durch dezidierte Haushaltsmittel mehr – alleine in Bayern stehen für Konzeption, Prototypen und Produktion ein Budget von 2.400.000€ zur Verfügung, in Nordrhein-Westfalen sind es sogar 3.000.000€. Mit dieser rot-grünen Politik des links liegen Lassens wäre Hamburg damals wohl nie Games-Hauptstadt geworden – und sie und bremst mittelfristig die Ausschöpfung ihres vollen Potenzials, langfristig gefährdet sie diese Position sogar. Deswegen brauchen wir eine Rückkehr zu einer finanziellen Förderung der Games-Branche, die zudem flexibel gestaltet ist und bereits die Konzeption und Prototypen fördert, genauso aber auch die ressourcenaufwändige Produktion im Blick hat und ebenso die Veröffentlichung und Markteinführung unterstützt.

Der Senat ist zum Handeln aufgefordert

Nach mehr als acht Jahren Daumendrehen von SPD und Grünen braucht es endlich wieder eine echte Games-Förderung in Hamburg. Kosmetische Maßnahmen, die alle Jahre aus dem Rathaus zu hören sind, reichen nicht aus, wenn wir ernsthaft die Games-Branche wieder auf Kurs bringen wollen. Gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion werde ich Anfang Dezember in einem Antrag den Senat zum Handeln auffordern, damit der Games-Standort endlich wieder die Unterstützung der Politik bekommt, die er verdient.

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