Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die Zahlen sind ernüchternd: Frauen sind in der deutschen Startup-Szene deutlich in der Minderheit. So ermittelte der Deutsche Startup Monitor 2016, dass der Anteil weiblicher Gründer bundesweit lediglich 13,9% beträgt. In unserer Stadt sind es laut Hamburg Startup Monitor immerhin 15,8%. Zwar ist es erfreulich, wenn Hamburg leicht über dem Bundesdurchschnitt liegt, dennoch ist der Anteil von Gründerinnen auch bei uns noch deutlich ausbaubar.

Wie bereits Ende Juli zur Verzögerung des Hamburger Startup-Fonds geschrieben, sind funktionierende Maßnahmen zur Förderung der Hamburger Gründerszene insgesamt dringend notwendig. Dazu habe ich bereits im letzten Sommer gemeinsam mit unserem heutigen Bundestagskandidaten für den Wahlreis Hamburg-Nord, Dr. Christoph Ploß, im Rahmen der parteiinternen Diskussionen einige Gedanken gesammelt und hier veröffentlicht. Dazu gehört eine grundlegende Verbesserung der Rahmenbedingungen für Startups sowie eine Stärkung unternehmerischen Denkens, eine bessere Förderung von Gründungsinitiativen sowie ein Ausbau des EXIST-Programms der Bundesregierung.

In Hamburg gibt es bereits eine Vielzahl von privaten Initiativen, die sich um die Stärkung der Gründerszene bemühen. Das ist auch gut so. Der Standort würde von einer nachhaltig orientierten Wirtschaftspolitik mit einem klaren Fokus auf innovativen Unternehmensgründungen dennoch sehr profitieren. Dafür lohnt es sich, Impulse von außerhalb aufzugreifen.

Der G20-Gipfel in Hamburg gab beispielsweise eine wichtige Anregung, welche wir nun aus oben genannten Gründen auf Landesebene diskutieren und weiterverfolgen wollen: die Förderung von weiblichem Unternehmertum. Das ist ein Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Frauen in der Gesellschaft, festgehalten im „Implementierungsplan Women20 Germany 2017“, welcher für den G20-Gipfel als Sammlung von Vorschlägen erarbeitet wurde. So wird auch im Communiqué festgehalten, dass es zu wenig Unternehmerinnen gibt und der Anteil weiblicher Gründer erhöht werden sollte. Auch der Bundesverband Deutsche Startups e.V. fordert in seiner aktuellen Agenda (Juni 2017) “mehr Gründerinnen für mehr Ideen.”

Gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion bringe ich dazu im September einen Antrag in die Hamburgische Bürgerschaft ein (Drucksache 21/10260). Damit wollen wir erreichen, dass der Senat gemeinsam mit Vertretern der Hamburger Startup-Szene, beispielsweise dem Bundesverband Deutsche Startups und Hamburg Startups, weiteren Wirtschaftsverbänden, beispielsweise dem Verband deutscher Unternehmerinnen und den Digital Media Women, Vertretern der Hamburger Universitäten und Hochschulen, hier beispielsweise dem StartupDock und Inhabern von Entrepreneurship-Professuren, sowie Handels- und Handwerkskammer in einen Dialogprozess tritt, um die Situation weiblicher Gründer in Hamburg zu diskutieren.

Aufbauend auf diesem Dialog soll eine Dokumentation erstellt werden, welche neben der Situationsanalyse auch Vorschläge von Maßnahmen enthält, die darauf abzielen, den Frauenanteil in der Hamburger Gründerszene nachhaltig zu erhöhen. Sicherlich wäre in diesem Kontext auch ein Austausch mit internationalen Startup-Hotspots wie beispielsweise Tel Aviv in Israel hilfreich. Der Bürgerschaft soll dazu schließlich bis zum 31.12.2017 berichtet werden, so dass entsprechend fundierte Anträge erarbeitet und nach Beschlussfassung an den Senat.

 

Foto: Nach einem Gespräch mit Sina Gritzuhn (Hamburg Startups) und CDU-Fraktionschef André Trepoll. 

 

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