Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die Handwerkskammer Hamburg hatte zum Handwerkspolitischen Mittagstisch in Eimsbüttel geladen. Eine gute Gelegenheit für Wirtschaft und Politik, um in den Dialog zu treten und gemeinsam über aktuelle Herausforderungen und mögliche Lösungsansätze zu sprechen.

Der Bezirk Eimsbüttel steht derzeit von zwei zentralen Herausforderungen: es fehlt zunehmend an geeigneten Gewerbeflächen. Zuletzt musste ein großes Unternehmen nicht nur den Bezirk, sondern gleich die Stadt verlassen, weil es nur vor den Toren Hamburgs genügend große Flächen gefunden hatte. Kleine und mittelständische Unternehmen haben es da noch etwas leichter. Dennoch stellt die zunehmende Bebauung von freien Flächen mit Wohnungen, gar die Umwandlung von Gewerbeflächen für diesen Zweck, ein Problem aus Sicht des Handwerks dar.

Eine zweite große Sorgenfalte trieb den anwesenden Unternehmern das Thema Verkehrspolitik auf die Stirn. Einmal quer durch die Stadt zum Kunden und zurück, da kämen schnell mehr als 200€ Anfahrtskosten zusammen, so schilderte ein Betrieb die Auswirkungen des Dauerstaus auf Hamburgs Straßen. Dies schlägt sich auf den Endpreis nieder: entweder muss der Kunde die Mehrkosten tragen oder der Betrieb verzichtet auf ohnehin schon knappe Gewinnmargen.

Fachkräftemangel scheint im Eimsbütteler Handwerk derzeit nicht das Hauptproblem, wobei auch hier der Vorschlag aufkam, mehr Europa zu wagen. Sei es mit Südeuropa oder mit Eimsbüttels Partnerstadt Varna (Bulgarien). Dabei gab es erneut Interesse und Unterstützungsbekundungen des Handwerks für die Initiative unserer CDU-Bezirksfraktion, die Städtepartnerschaft mit der Hafenstadt am Schwarzen Meer neu zu beleben.

Ein weiteres Handlungsfeld zur Gewinnung neuer Fachkräfte ist aus Sicht des Handwerks weiterhin klar die Ausbildung im eigenen Betrieb. Als Erfolg wurde dabei die aktuelle Kooperation mit 20 Schulen im Bezirk bezeichnet. Rund 16% der Hamburger Abiturienten nehmen nach dem Schulabschluss eine Ausbildung in einem Handwerksbetrieb auf, doppelt so viel wie auf Bundesebene. Passend dazu schreibt das Hamburger Abendblatt heute von einem Drittel mehr Lehrverträgen im Handwerk als vor einem Jahr. Ein tolles Ergebnis und ein ausgezeichnetes Engagement der Unternehmer.

Gemeinsam mit der CDU-Bezirksfraktion setzte ich mich als wirtschaftspolitischer Fachsprecher konkret für die Herausforderungen der lokalen Unternehmen ein. Dazu zählen unsere Initiativen für Azubi-Wohnheime, von der SPD mit Verweis auf das Wohnungsbauprogramm abgelehnt, und unser Engagement für ein Eimsbütteler Gründerhaus mit ausreichenden Flächen für Handwerksbetriebe. Auch wenn Rot-Grün in der Bezirksversammlung in den letzten Jahren einige unserer Anträge abgelehnt hat, u.a. den Erhalt kostenfreier P&R-Parkplätze zur Reduzierung des Pendelverkehrs, oder die Sondernutzungserlaubnis von Busspuren für Elektrofahrzeuge. Als CDU stehen wir für die Stadtbahn als effiziente, günstige und schnell zu realisierende Ergänzung zum bestehenden HVV-Angebot und fordern ein ganzheitliches Verkehrskonzept für unseren Bezirk, wie zuletzt für Lokstedt, immerhin von der Bezirksversammlung mitgetragen.

Auch die anderen Parteien waren beim Mittagstisch vertreten, bis auf die SPD. Die mitgliederstärkste Fraktion in der Bezirksversammlung war gar nicht erst erschienen – nicht etwa aufgrund aktueller Verkehrsprobleme, sondern aus beruflichen Gründen. Dafür gab es beim gut besuchten Unternehmerstammtisch des Eimsbütteler Handwerks natürlich Verständnis.

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