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Spannung und Vorfreude waren im Vorfeld groß. Die Junge Union Hamburg hatte zur Bildungsreise ins Heilige Land aufgerufen. Die einzige stabile Demokratie im Nahen Osten ist uns in vielerlei Hinsicht sehr nah. Noch Wochen nach der Rückkehr tauschen sich die Teilnehmer über die Erlebnisse aber auch über aktuelle politische Entwicklungen in der Region aus.

Mitte März ging es von Hamburg direkt nach Tel Aviv. Für eine Woche sollte unsere Gruppe einen facettenreichen Einblick in die israelische Kultur und Geschichte bekommen, die politischen Herausforderungen vor Ort kennenlernen und das Land bereisen. Die Tour führte von der Küste über Nazareth und Safed in Galiläa bis auf den Golan, und am Jordan entlang gen Süden nach Jerusalem. Weiter ging es in den Palästinensischen Autonomiegebieten, nach Ramallah und Taybeh. Schließlich gehörte auch der nördliche Negev sowie am Ende wieder Tel Aviv zu unserem Programm.

Vor Ort trafen wir Politiker, Blogger, Studenten, Künstler und Unternehmer zum Austausch, viele politische und auch gänzlich unpolitische Menschen. Die Idee unserer Reise war es, die Region zu erkunden, einen breiten Einblick in das Alltagsleben in Israel und den Palästinensischen Autonomiegebieten zu bekommen, und somit Land und Leute besser verstehen zu können. Eigentlich müsste ich über jeden Programmpunkt ausführlich berichten, dutzende Fotos dokumentieren jeden Programmtag – eine Auswahl habe ich auf Facebook veröffentlicht. Hier will ich mich auf ausgewählte Punkte konzentrieren und erzähle gerne mehr im persönlichen Gespräch.

Ein Höhepunkt jeder meiner Israel-Reise ist die Altstadt von Jerusalem. Dieses Mal wurde unser Programm von ELNET unterstützt. Seit mehr als zwei Jahrtausenden ist der Ort ein religiöser Anzugspunkt. Heute leben hier drei große Weltreligionen in unmittelbarer Nachbarschaft. Als würde das nicht schon genug Herausforderungen bieten, kommt es selbst innerhalb der Religionen immer mal wieder zu Spannungen. Dennoch konnte jüngst ein Fest der Ökumene gefeiert werden: nach mehr als 70 Jahren wurde die Kapelle in der Grabeskirche saniert und neu eröffnet. Kein einfaches Projekt, was man vielleicht besser nachvollziehen kann, wenn man weiß, dass die Grabeskirche gemeinsamer Besitz verschiedener Konfessionen: der griechisch-orthodoxen, westlich-katholischen und armenisch-orthodoxen Christen, und zu geringem Teil auch der koptischen, syrischen und äthiopischen Orthodoxen ist.

Im Anschluss an unsere Tour durch die Altstadt besuchte unsere Gruppe die Holocaustgedenkstätte Yad Vashem. Mit sehr vielen Bildern und Ausstellungsstücken wird hier die Schoah, der nationalsozialistische Völkermord an mehr als sechs Millionen europäischen Juden dargestellt. Tief berührt legten wir nach der Besichtigung mit einem begleitenden zeremoniellen Akt einen Kranz als Zeichen der Erinnerung nieder.

Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in den Palästinensischen Autonomiegebieten ging es am Tag darauf in die Westbank. Für mich war es der erste Besuch in diesem Teil der Region. Beeindruckt hat mich der Ideenreichtum der Startups, die wir hier trafen, ebenso wie der Familienbetrieb der Taybeh Brewery, zu dem auch ein Hotel und ein Weingut gehören, umgeben von einer malerischen Landschaft. Jeden Herbst findet hier übrigens ein großes Oktoberfest mit Tausenden von Besuchern statt.

Ein besonderes Ereignis war für unsere Gruppe auch der Tag mit dem Jüdischen Nationalfonds JNF-KKL. Auf dem Programm standen zuerst einige Projekt des Nationalfonds, der sich insbesondere die Sicherung von Wasserressourcen, um die Begrünung des Landes sowie den ökologischen Umgang mit dem Boden kümmert. Nachmittags ging es in den nördlichen Negev. Hier wird der israelische Traum wahr, die Wüste wird grün. Der “Wald der Deutschen Länder” trägt dazu seit 1991 bei. Die Junge Union Deutschlands unterstützt das Engagement mit dem Philipp-Mißfelder-Wald, im Andenken an unseren langjährigen Bundesvorsitzenden und als Zeichen der deutsch-israelischen Freundschaft. Auch die Junge Union Hamburg wirbt dafür seit dem Hamburgtag 2016 intensiv um Spenden. Bei unserem Besuch konnten wir nun symbolisch selbst einige Bäume pflanzen.

Zurück an der Küste verblieb der Gruppe noch etwas Zeit, um die pulsierende Mittelmeermetropole Tel Aviv kennenzulernen. Von den politischen Spannungen der Region ist hier kaum etwas zu spüren. Die Stadt vermittelt ganz andere Eindrücke. Touristen und Einheimische, Juden, Christen und Muslime, bevölkern Märkte und Sehenswürdigkeiten. Unzählige Cafés und Bars säumen die Straßen und Grünzüge sowie die Strände der Stadt. Zu jeder Tageszeit wird am Strand Sport getrieben – für mich übrigens eine der schönsten Laufstrecken überhaupt. Nirgendwo sonst gibt es so viel Architektur im Bauhaus-Stil und ziehen Besucher aus aller Welt an. Die Stadt scheint niemals zur Ruhe zu kommen. Zugegeben, ein Kontrastprogramm im Vergleich zu den vergangenen Tagen. Aber das macht eben die Vielfalt Israels aus.

Ein großer Dank geht an unsere lokalen Partner ELNET, die Konrad-Adenauer-Stiftung und den Jüdischen Nationalfonds e.V.. Die Stadt Hamburg tut gut daran, solche Bildungsfahrten zu unterstützen, viel mehr junge Hamburgerinnen und Hamburger sollten sich selbst ein Bild von Israel machen, das Land erleben und verstehen. Der Staat Israel ist auch uns ein toller Gastgeber gewesen. Eine Reise ins Heilige Land lohnt sich immer und ich habe noch niemanden erlebt, dessen Erwartungen nicht mehr als erfüllt worden sind.

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