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Antisemitismus an Hamburger Hochschulen? Dafür darf kein Platz sein. Entsprechend groß war die öffentliche Kritik, als Ende Januar durch einen Bericht der Tageszeitung Die Welt bekannt wurde, dass Prof. Farid Esack eine Gastprofessur an der Akademie der Weltreligionen erhalten hat. Prof. Esack ist Vorsitzender der antisemitischen BDS-Bewegung in Südafrika. Diese Initiative engagiert sich global und allgemein gegen den Staat Israel, mit höchst fragwürdigen Aktionen. Mit einem lauter werdenden internationalen Antizionismus, oft verpackt in pauschaler Kritik am israelischen Staatswesen, kommt der Antisemitismus in neuen Kleidern daher. Judenfeindlichkeit bleibt aber Judenfeindlichkeit und ist grundsätzlich zu verurteilen und abzulehnen.

Nach einem Bericht der Tageszeitung Die Welt griffen auch das Hamburger Abendblatt sowie die Jerusalem Post die umstrittene Gastprofessur auf, und berichteten mehrfach über die parteiübergreifende Kritik. Die Berufung hat sowohl dem Image der sonst weltoffenen und liberalen Universität Hamburg als auch dem Hochschulstandort Hamburg insgesamt geschadet. Deshalb habe ich mich mit einer Schriftlichen Kleinen Anfrage an den Senat gewendet, um den Fall lückenlos aufzuklären. Wissenschaftssenatorin Fegebank steht hier in der Verantwortung.

Die Antwort des Senats ist jedoch ernüchternd. Zwar wird ein Bekenntnis abgegeben, dass Antisemitismus keinen Platz an Hamburger Hochschulen hat, dennoch wird trotz Nachfrage nicht angegeben, wie der rot-grüne Senat dies auch sicherstellen will. Im Gegenteil, die Zweite Bürgermeisterin verweist auf die Hochschulautonomie. Schnell entsteht der Eindruck: gibt es Erfolge in Forschung und Wissenschaft zu feiern, dann ist die Wissenschaftssenatorin gerne vorne mit dabei. Der Senat suggeriert dann stets, es handle sich um Ergebnisse seines “ordentlichen Regierens”. Kommt es aber zu Problemen, zu öffentlicher Kritik, so sind die Hochschulen nach Ansicht von Katharina Fegebank alleine verantwortlich.

Erst nachdem die Kritik von Medien und Opposition lauter wurde, sah sich die Wissenschaftssenatorin zu einem klärenden Telefonat mit dem israelischen Botschafter in Berlin genötigt. Das Problem ist damit nicht gelöst, auch wenn die Gastprofessur von Prof. Esack nur im Wintersemester 2016/2017 galt. Auch in Bezug auf die Finanzierung schweigt der Senat und nennt lediglich eine “private Stiftung” als Geldquelle. Der ganze Vorgang bleibt inakzeptabel und darf sich in keinem Falle wiederholen. Fraglich ist auch, warum Prof. Esack die Gastprofessur überhaupt erhalten hat. Der Senat benennt als Entscheidungsgrundlage dessen bisherigen Forschungsleistungen. Gleichzeitig gibt die Wissenschaftsbehörde bekannt, dass Prof. Esack lediglich zwei Seminare sowie einen Vortrag an der Universität Hamburg gegeben hat und in keinerlei Forschungsprojekte eingebunden war. Über seine Aktivitäten für die antisemtische BDS-Bewegung hat man sich vor der Berufung offenbar nicht informiert und ist damit zu einseitig vorgegangen.

Es muss in Zukunft sichergestellt werden, dass für Antisemitismus ebenso wie für Extremismus in keiner Form Platz an unseren Hochschulen ist. Reine Lippenbekenntnisse wie jetzt vom Senat geäußert reichen dabei nicht! Der rot-grüne Senat steht hier in der Verantwortung. Katharina Fegebank muss den Wissenschaftsstandort Hamburg vor weiterem Schaden bewahren! Deshalb bringe ich gemeinsam mit der CDU-Fraktion am 15. Februar eine Resolution in die Bürgerschaft ein, mit der die BDS-Initiative und ihre Aktivitäten als antisemitisch benannt werden. Aktivitäten, die allgemein als israelfeindlich zu bewerten sind, muss entschieden entgegnet werden. Darüber hinaus ersuchen wir den Senat, sich weiterhin zu der in Hamburg verwurzelten deutsch-israelischen Freundschaft zu bekennen, Initiativen zur Förderung der bilateralen Beziehungen zwischen Hamburg und Israel zu unterstützen und sich für eine friedliche Lösung des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern einzusetzen.

 

Foto: Das Hauptgebäude der Universität (eigene Aufnahme)

 

 

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