Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Autonomes Fahren, smarte Verkehrsleitsysteme oder selbstständig fliegende Drohnen – was vor nicht allzu langer Zeit noch eher nach Hollywood klang, wird Realität. Das Thema künstliche Intelligenz (KI) bietet für Hamburg eine zahlreiche Chancen. Viele Tech-Unternehmen haben hier ihre Zentralen und der Hafen, überfüllte Straßen und ein eng getakteter ÖPNV bieten zahlreiche Gelegenheiten für spannende Pilotprojekte. Umso ernüchternder ist es, wie stiefmütterlich der rot-grüne Senat das Thema behandelt.

Auf meine Senatsanfrage wurde deutlich, dass es beim Thema KI keine Koordination seitens des Senats gibt und die einzelnen Behörden auf sich alleine gestellt sind. Mit dem von der CDU-geführten Bundesregierung geplanten deutsch-französischem Forschungszentrum für KI hat sich der Senat noch nicht einmal befasst – geschweige denn Hamburg als Standort ins Spiel gebracht.

Die mangelnde Kooperation in der Wissenschaft geht aus einer weiteren Anfrage hervor. Für die wenigen Pilotprojekte, die es in diesem Bereich gibt, ist derzeit überhaupt kein Austausch von Erfahrungen und Knowhow vorgesehen. Rot-Grün hat es verabsäumt, den veralteten Koalitionsvertrag von 2015 der neuen Zeit anzupassen und das Thema KI endlich in Angriff zu nehmen. Während in China und den USA mit Hochdruck zum Thema geforscht und getestet wird, dümpeln Projekte in Hamburg vor sich hin. Dabei forschen immerhin über 50 Wissenschaftler an Hamburger Hochschulen zu Fragen der künstlichen Intelligenz. Das Hamburger Abendblatt griff meine Kritik unlängst auf.

Gemeinsam mit der CDU Hamburg setzte ich mich dafür ein, dass Wissenschaft und Wirtschaft auch beim Megathema KI zusammenführt werden, und eine zentrale Steuerung der bislang unkoordinierten Maßnahmen eingeführt wird. Die bisherigen Kompetenzen an unseren Hochschulen müssen dringend umfangreich ausgebaut werden, dazu braucht es einen Dialog mit den Kammern und Verbänden über die Entwicklungs- und Einsatzmöglichkeiten von KI.

Weder Wirtschaftssenator Horch noch Wissenschaftssenatorin Fegebank haben bislang die Muße gezeigt, das Thema aufzugreifen. Hamburgs Bürgermeister Dr. Tschentscher ist Beauftragter der Bundesrepublik für die deutsch-französischen Beziehungen. Vor dem Hintergrund des geplanten deutsch-französischen KI-Forschungszentrums hat er nun erst Recht die Pflicht, das Thema Künstliche Intelligenz zur Chefsache zu machen und die Koordination in der Senatskanzlei anzusiedeln. Die Antwort des Senats zeigt jedoch bedauerlicher Weise auf, dass Rot-Grün einmal mehr zaudert und in verblassender Schönheit verharrt, anstatt Hamburg für die Zukunft aufzustellen.

Zu diesem Thema gibt es nie zu viele Ideen und Perspektiven. Über Anregungen und einen interessanten Dialog freue ich mich jederzeit – schreiben Sie mir gerne bei Facebook oder per Mail!

 

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.