Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Mitten in Hamburg denkt man nicht zuallererst an die Landwirtschaft. Das gilt auch für die Politik. Versteht man dieses Handlungsfeld jedoch etwas umfassender, wird schnell klar, warum sich gerade auch unser Stadtstaat stärker damit befassen sollte, als es der rot-grüne Senat bislang tut.

Die heutige Agrarpolitik steht vor zwei grundsätzlichen Herausforderungen: Wir haben ein romantisiertes Bild von der Landwirtschaft in unseren Köpfen. Dabei ist Landwirtschaft heute vor allem Hightech. Gleichzeitig haben wir es in der Vergangenheit versäumt, ein modernes Bild der Landwirtschaft zu zeichnen. Technologie wird in diesem Kontext häufig ablehnend diskutiert, dabei steht sie doch für Innovationen und Sicherheit – also positiv für Verbraucher und Tierwohl.

Wir brauchen ein neues Leitbild, welches Wertschätzung für Landwirte und Verbraucher gleichermaßen zeichnet, die Bedeutung einer gesunden Ernährung betont, wirtschaftsfreundlich sowie innovativ ist, und dabei gleichzeitig auf Nachhaltigkeit, Tiergerechtigkeit und Verantwortung setzt. Schließlich gilt es, die Attraktivität ländlicher Regionen zu stärken.

Die digitale Transformation in der Landwirtschaft bietet dabei drei zentrale Ansatzpunkte, um ein neues Leitbild zu unterstützen. Sie kann dabei helfen, das Tierwohl zu stärken, die Verschwendung von Ressourcen minimieren und damit für mehr Nachhaltigkeit sorgen und schließlich auch mehr Transparenz und damit Sicherheit für den Verbraucher schaffen. Hört man sich in der Branche um, so trifft man auf Offenheit, aber auch auf eine Erwartung einer begleitenden Unterstützung durch die Politik. So mein Eindruck aus einigen Gesprächen, die ich bei meinem Besuch auf der Grünen Woche Ende Januar in Berlin führen konnte.

Die CDU-geführte Bundesregierung hat diese Chancen erkannt. Der Koalitionsvertrag ist ein klares Bekenntnis zur Stärkung der heimischen Landwirtschaft, zum Ausbau des Tierwohls und zur Förderung von guten Lebensmitteln bzw. einer gesunden Ernährung. Gleichzeitig sollen Datenschnittstellen und standardisierte Datenformate sowie frei verfügbare Daten neue Chancen für Innovationen eröffnen. Eine Aus-, Fort und Weiterbildungsstrategie wird als grundlegend notwendig erkannt, um die Digitalisierung für alle Generationen und landwirtschaftlichen Betriebe nutzbar zu machen.

In der Umsetzungsstrategie der Bundesregierung “Digitalisierung gestalten” benennt das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) bereits konkrete Projekte, um die oben genannten Herausforderungen anzupacken und die sich bietenden Chancen zu nutzen. Dazu zählen intelligente Verpackungen und mitdenkende Kühlschränke, um die Verschwendung von Ressourcen zu reduzieren, ebenso wie digitale Waldkarten zur Steigerung der Sicherheit im ländlichen Raum. Schließlich sollen digitale Experimentierfelder in der Landwirtschaft entstehen, um Technologie- und Wissenstransfer insbesondere mit Blick auf den Umweltschutz, die Biodiversität sowie die Erleichterung von Arbeitsprozessen zu unterstützen. Eine Cloud-basierte Softwarelösung soll die gesunde Ernährung für Schüler und Schulen greifbarer machen.

Die genannten Themen sind auch für uns als moderne Stadtgesellschaft von großer Bedeutung. Gemeinsam mit unserer CDU-Bürgerschaftsfraktion engagiere ich mich hier entsprechend, sowohl mit inhaltlichen Initiativen, als auch mit Veranstaltungen. Wenn Sie Anregungen oder Fragen haben, melden Sie sich gerne jederzeit.

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