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Es gibt kein schöner Leben, als Studentenleben“ heißt es in einem alten Studentenlied. Und in der Tat bietet das Studium wie kaum ein anderer Lebensabschnitt viele Freiheiten und ist für viele der erste Schritt ins Erwachsenenleben. Doch was, wenn aus den geplanten sechs Semestern für den Bachelor plötzlich zwölf werden und noch immer kein Abschluss in Sicht ist?

Wer mehr als doppelt so lange wie vorgesehen an der Uni studiert und immer noch keinen Abschluss vorweisen kann, gilt nach dem Hamburger Hochschulgesetz (HmbHG) als Langzeitstudent. In Hamburg gab es im Wintersemester 2016/2017 an allen Hamburger Hochschulen insgesamt rund 2.500 eingeschriebene Studenten, die als Langzeitstudenten gelten. Der Hauptteil entfällt auf die Universität Hamburg. Hier sind rund vier Prozent, genau 1.668 Studenten, als Langzeitstudenten eingestuft. Eine deutlich zu hohe Zahl.

Dabei kann es natürlich mehrere Gründe haben, warum man das Studium nicht in der Regelstudienzeit abschließen kann. Viele Studenten jobben für die Finanzierung ihres Studiums nebenbei, machen Praktika, sind für ein Jahr im Ausland oder gründen eine Familie. Das alles sind gute Gründe, warum sich Studenten dazu entschließen (müssen), ein oder mehrere Semester dranzuhängen. Wenn aber manche Studenten mehr als doppelt so lange wie vorgesehen studieren, sollten wir meiner Meinung nach etwas tun.

Denn mit einem Langzeitstudium ist niemandem geholfen: Die Studenten selbst scheinen nicht in der Lage zu sein, selbst einen Ausweg zu finden und werden es unter Umständen auf dem Arbeitsmarkt später deutlich schwerer haben. Für die Universität bedeuten Langzeitstudenten, dass Studienplätze von Studenten belegt sind, die offenbar keinen Abschluss machen wollen oder können. Diese Kapazitäten sind dann nicht für andere Studienbewerber verfügbar.

Leider schaut der rot-grünen Senat bei diesem Thema weg. Deswegen habe ich gemeinsam mit meiner Fraktion einen Antrag eingebracht, der den Senat dazu auffordert, ein Konzept zu entwickeln, wie Langzeitstudenten dabei geholfen werden kann, noch einen Abschluss zu machen oder den Sprung in das Berufsleben zu unterstützen. Gleichzeitig setze ich mich aber auch dafür ein, dass Studenten, die keinen Ansporn mehr haben, ihr Studium zu beenden, von der Universität exmatrikuliert werden. Das sieht das Hochschulgesetz explizit so vor, wird aber zurzeit nur sehr zaghaft angewandt. Wenn wir gerechte Bildungschancen schaffen möchten, ist es unhaltbar, dass Langzeitstudenten heißbegehrte Studienplätze in Hamburg blockieren.

Bedauerlicher Weise sind die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen bei diesem Thema ebenso zögerlich unterwegs, wie ihr Senat. Unsere Initiative wurde im Plenum der Bürgerschaft abgelehnt. Nicht einmal einer Überweisung in den Wissenschaftsausschuss, um hier eine gemeinsame Lösung zu erarbeiten, wollten Sozialdemokraten und Grüne zustimmen. Damit ist niemandem geholfen.

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