Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Seit 2011 bietet das bundesweite Deutschlandstipendium besonders engagierten und begabten Studenten Unterstützung in Form von Weiterbildungsmaßnahmen, Vermittlung von Praktika sowie finanzieller Hilfe, die zusätzlich zum deutlich zu geringen BAföG gewährt wird. Entstanden ist das Stipendium auf Initiative der CDU-geführten Bundesregierung. Wer also mit überdurchschnittlich guten Noten im Studium und hohem Engagement außerhalb der Universität glänzt, hat Chancen auf eine gute zusätzliche Unterstützung während des Studiums.

Im Regelfall können bis zu zwei Prozent aller Studenten einer Universität ein Deutschlandstipendium erhalten. Dafür muss sich die jeweilige Universität um die Akquise von 50% der Fördermittel kümmern, dann übernimmt der Bund die andere Hälfte. Nutzt eine Universität nicht ihr vollständiges Potential, so können andere Hochschulen eines Landes auf die freien Stipendien zugreifen. Leider verlief der Start des Programms teilweise holprig und vielerorts mit deutlicher Verzögerung. Obwohl das Deutschlandstipendium bereits 2011 eingeführt wurde, schaffte es beispielsweise die Universität Hamburg erst zum Jahr 2014, Studenten das Deutschlandstipendium überhaupt anzubieten.

So ernüchternd der Start des Stipendienprogramms in Hamburg war, so enttäuschend gestaltete sich auch dessen Entwicklung bis 2018, wie meine aktuelle Anfrage an den Senat offenbart. Schaut man auf die reinen Zahlen, hat es an der Universität Hamburg zwar einen Anstieg von 26 Stipendien in 2015 auf 128 im Jahr 2018 gegeben. Prozentual gesehen bedeutet dies aber, dass lediglich 0,3% aller Studenten der Universität Hamburg durch ein Deutschlandstipendium gefördert werden. Dabei wären 2% möglich (ca. 860 Stipendien), die Universität nutzt also rund 730 mögliche Stipendienplätze nicht aus. An der Technischen Universität Hamburg werden rund 105 mögliche Deutschlandstipendien nicht vergeben, an der HAW wird das Potential von ca. 300 Deutschlandstipendien nutzt genutzt.

In Summe bleiben mehr als 1.100 Deutschlandstipendien an den drei großen Hamburger Hochschulen ungenutzt, über 1.100 Studenten könnten also zusätzlich ein Deutschlandstipendium erhalten, sofern die Hochschulen die dafür benötigten 50% der Fördersumme (insgesamt 300€/mtl.) einwerben. Doch an den Hochschulen fehlen vor allem die notwendigen Ressourcen im Fundraising. Darauf habe ich mit der CDU-Fraktion bereits zu Beginn des Jahres aufmerksam gemacht. Das Problem ist also bekannt. Doch leider sieht sich der rot-grüne Senat weiterhin lediglich in beratender Funktion, statt die Hamburger Hochschulen aktiv bei der Lösung dieses Problems zu unterstützen. Hier werden deshalb wir im Rahmen der Haushaltsberatungen einen neuen Antrag in die Bürgerschaft einbringen, um die Hochschulen besser beim Fundraising von Drittmitteln für das Deutschlandstipendium zu unterstützen.

Erfreulich ist immerhin, dass ein von uns gefordertes Gründerstipendium endlich von der Bürgerschaft bewilligt und vom Senat auf die Beine gestellt wurde. Insbesondere für Unternehmensgründungen aus dem Hochschulbereich kann das Gründerstipendium eine gute Unterstützung in der frühen Phase bieten. Die ersten Bewerbungen sind bereits eingegangen. Das Hamburger Gründerstipendium ist damit eine gute Ergänzung für die Hamburger Startup-Förderung und wird sich hoffentlich positiv entwickeln. Wünschenswert wäre es, hier auch ein stärkeres Engagement der Hamburger Wirtschaft zu sehen.

Ob Unterstützung für Studienanfänger oder Unternehmensgründer: Rot-Grün bleibt doch meist passiv und verhält sich zögerlich. Offenbar tut man sich schwer mit dem Gedanken, leistungsstarke Persönlichkeiten weiter zu fördern. Gemeinsam mit der CDU Hamburg setzte ich mich deshalb umso mehr für eine stärkere Unterstützung von jungen Studenten und mutigen Firmengründern ein, damit Hamburg zum Heimathafen digitaler Innovation werden kann. Dafür treffe ich mich regelmäßig mit Studenten sowie mit jungen Gründern und Startups. Wenn Interesse an einem Austausch besteht, freut sich mein Büro jederzeit über eine Nachricht.

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