Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die Nachverdichtung ist ein großes Thema in unserer Stadt. Der Begriff selbst stammt aus der Stadtplanung. Vereinfacht gesagt bedeutet er, dass mehr Menschen auf der gleichen Fläche wie bisher leben sollen. In Hamburg spielt das so eine große Rolle, da wir weiterhin steigende Einwohnerzahlen haben. Das Leben in der Stadt ist attraktiv wie nie. Allerdings wächst die zur Verfügung stehende Fläche des attraktiven innerstädtischen Bereichs nicht mit. Um diesem steigenden Andrang standhalten zu können, gehen neu gebaute Häuser zunehmend in die Höhe, Brachen oder Grünflächen werden bebaut.

Grundsätzlich ist dieses Vorgehen sinnvoll. Allerdings müssen bei der Nachverdichtung auch die Folgen bedacht werden. Die Infrastruktur muss mitwachsen. Es braucht mehr Parkplätze, ausreichend große Straßen, Kita- und Schulplätze, Grünanlagen für die Naherholung und vieles mehr. Außerdem bleibt auch die dichtere Bebauung nicht ohne direkte Folgen für die bisherigen Anwohner. Höhere Häuser werfen mehr Schatten, die Verkehrsbelastung steigt und lieb gewonnene Quartiere verändern sich.

Im Lokstedter Rimbertweg ist laut bezirklichem Bebauungsplan nun eine solche Nachverdichtung vorgesehen. Die Flächen sollen durch die Lehrer-Baugenossenschaft eG und die Baugenossenschaft der Buchdrucker eG bebaut werden. Die bisherigen Ideen wurden den Anwohnern in einem sehr frühen Stadium durch beide Genossenschaften vorgestellt, was im Sinne der Transparenz vorbildlich war. Geplant ist, durch Abriss der alten Garagen und anschließenden Neubau, 80 – 120 (Sozial-) Wohnungen inklusive einiger Garagen zu schaffen. Zu diesem Zweck sollen die Grünflächen mit ihrem alten Baumbestand zwischen den beiden bestehenden Hochhäusern, sowie die insgesamt 52 Garagen- und Stellplätze wegfallen.

Einige Anwohner wandten sich nun an mich, da sie sowohl den Umfang des Bauvorhabens kritisieren, als auch die Anzahl der Wohneinheiten und die Höhe der einzelnen Baukörper. Vor Ort konnte ich mir auch selbst einen Eindruck der Situation machen und mit den Betroffenen direkt sprechen. Auch mit Vertretern der Baugenossenschaften habe ich mich einige Tage später treffen können. Diese erklärten, dass bisher nur Rahmendaten der Bauvorhaben existieren und detaillierte Pläne im Rahmen eines Architektenwettbewerbs erstellt werden sollen. Diese Pläne sollen dann wiederum, so die Absprache mit dem Bezirksamt, in ein Bauplanverfahren einfließen.

Das klingt erst einmal nach einem offenen Verfahren und ist, wie schon gesagt, grundsätzlich begrüßenswert. Man wünscht sich, das Bezirksamt würde so offen mit ähnlichen Bauvorhaben umgehen. Denn was bei diesem Bauvorhaben natürlich auch berücksichtigt werden muss, sind die Auswirkungen auf das gesamte Quartier. So sollen noch zwei weitere Flächen bebaut werden, Garagen würden abgerissen und zusätzliche Bewohner in den Ansgarweg und den Lohkoppelweg ziehen.

Zu diesem Prozess habe ich deshalb auch die offizielle Stellung des Senats abgefragt. Ergebnis: Man mauert unter Verweis auf das Wohnungsbauprogramm. Unklar bleibt leider weiterhin, was hier überhaupt baurechtlich möglich ist, was die Nachbarn also maximal zu erwarten haben, bzw. ertragen müssen. Immerhin brachte meine Anfrage eine Neuigkeit hervor. Es ist anscheinend geplant die weiteren Bebauungsmöglichkeiten vor Ort in einem Gutachterverfahren auszuloten.

Erneut zeigt sich, dass der rot-grüne Senat es mit der Transparenz nicht allzu ernst nimmt. Auch wenn die Baugenossenschaften hier vorbildlich vorab informiert haben, bleiben viele Fragen der Nachbarn immer noch unbeantwortet. Hier werde ich weiter mit den Kollegen aus der Eimsbütteler Bezirksfraktion am Ball bleiben.

 

Foto: Die letzte freie Grünfläche in Feldhoopstücken. Immer wieder wollen SPD und Grüne diese Grundstücke zubauen. 

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