Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Hamburg wächst. Das ist nicht neu. Seit mehr als einem Jahrzehnt können wir dies beobachten und grundsätzlich ist es auch eine gute Sache. Nur scheint der rot-grüne Senat immer mehr damit überfordert. Die Wohnungsbaupolitik der SPD, orientiert an nackten Zahlen anstatt an dem was gut und sinnvoll ist, verändert immer mehr Stadtteile, zerstört gewachsene Quartiere. Ein Beispiel dafür ist aktuell der Stadtteil Lokstedt.

Große Freiflächen gibt es beinahe nicht mehr. Immer häufiger sollen nun kleinteilige oft begrünte Grundstücke bebaut werden, so auch im Ansgarweg sowie im Rimbertweg in Lokstedt. Bereits vor einem Jahr schrieb ich hier über die Sorgen der Anwohner sowie die möglichen Auswirkungen. In vielen Gesprächen wurde damals wie heute durchaus Verständnis dafür geäußert, dass neue Wohnungen gebaut werden müssen, auch in Lokstedt. Dies dürfe aber nicht die letzen verfügbaren Grünflächen zerstören oder unverhältnismäßige Resultate mit sich bringen. Im Gespräch mit den beteiligten Baugenossenschaften vertrat ich als Wahlkreisabgeordneter entsprechend die Interessen der Bürger im Stadtteil.

Von Oktober 2016 bis März 2017 hat für erste Flächen ein städtebaulicher Realisierungswettbewerb stattgefunden. Nachdem im letzten Sommer einige Fragen vom Senat unbeantwortet blieben, habe ich mich nun erneut an die Landesregierung gewendet. Durch diese weitere Senatsanfrage wird deutlich, dass weit mehr gebaut werden könnte, als noch vor einem Jahr angedacht. Die negativen Auswirkungen für den Stadtteil werden damit größer, nicht kleiner. Viele Sorgen der Anwohner werden vom rot-grünen Senat ignoriert und heruntergespielt. Nach über sechs Jahren an der Regierung haben die Sozialdemokraten die Bürgernähe endgültig verloren. Das war schon beim Thema Überschwemmungsgebiete so.

So will auch die Kaifu-Nordland eG zusätzliche Mehrfamilienhäuser vor Ort bauen. Irritierend ist dabei, dass eine Koordinierung der verschiedenen Bauprojekte durch Senat und Bezirk offenbar nicht stattfindet, wie mir auch eine Anwohnerin von der Informationsveranstaltung der Baugenossenschaft berichtete. Die Antworten des Senats auf meine Anfrage belegen das sehr deutlich: jede freie Fläche wird isoliert betrachtet, Abstimmungen finden kaum statt. Frühzeitige Bürgerbeteiligung: Fehlanzeige. Es wird zubetoniert, statt sinnvoll erweitert. Im Ergebnis fehlt es an Parkplätzen, grünen Oasen und Infrastruktur wie Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Dabei bestätigt der Senat, dass es schon jetzt einen zusätzlichen Bedarf an Grundschulplätzen gibt, welcher durch die Wohnungsbauprojekte nur vergrößert wird.

Warum die Obergrenzen der zulässigen Geschossflächenzahl überschritten werden dürfen, beantwortet der Senat nicht. Auch bleibt offen, wie ein Grünflächenausgleich stattfinden, über 50 Jahre alter Baumbestand ersetzt werden soll. Zu diesen und weiteren Fragen werde ich mich nun erneut an den Senat wenden. Gewachsene Quartiere, in denen wir gut und gerne leben, werden durch diese SPD-Politik zerstört. Das muss ein Ende finden. Melden Sie sich gerne bei mir im Bürgerbüro, wenn Sie hierzu Anregungen oder Fragen haben und diese Politik nicht länger mitmachen möchten.

 

Foto: Freifläche zwischen zwei Wohnblöcken im Rimbertweg. Diese grünen Oasen könnten zukünftig für den Wohnungsbau geopfert werden. 

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.