Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Lokstedt ist bekannt als grüner und beschaulicher Stadtteil unweit der Hamburger Innenstadt. Die Quartiere sind geprägt durch viele Grünflächen und ruhiges Wohnambiente. Derzeit spielt in Hamburg jedoch das Thema Nachverdichtung eine große Rolle und immer mehr Grünflächen müssen zusätzlichen Wohneinheiten weichen. Wie bereits mehrfach hier im Blog berichtet, sollen beispielsweise im Rimbertweg, im Lohkoppelweg/Ecke Ansgarweg sowie im Ansgarweg mehrere neue Nachverdichtungsprojekte entstehen.

Die hier tätigen Baugenossenschaften sind durchaus offen in ihren Planungen, bieten Informationsgespräche für Bürger an und stehen auch der Politik Rede und Antwort. So habe ich mich in den vergangenen Wochen mit der Hamburger Lehrer-Baugenossenschaft eG, der Baugenossenschaft der Buchdrucker eG sowie der Wohnungsbaugenossenschaft KAIFU-NORDLAND eG getroffen, um die bei mir aufgelaufenen Anregungen und Sorgen der Bürger zu diskutieren. Die Offenheit sowie die Gesprächsbereitschaft sind nicht selbstverständlich und daher durchaus zu begrüßen.

Im Rahmen einiger Bürgergespräche im Sommer diesen Jahres hatte sich eine Reihe von Fragen ergeben. Diese hatte ich vor dem Dialog mit den Wohnungsbaugesellschaften im Rahmen einer Schriftlichen Kleinen Anfrage an den rot-grünen Senat gestellt. Im Kern geht es um die Kritik, dass die angedachten Planungen die bisherige Struktur der Quartiere deutlich verändern würde. Freie Flächen und alter Baumbestand würden verschwinden. Ohnehin herrscht heute schon ein Mangel an Plätzen in den Kitas sowie den Grundschulen der unmittelbaren Umgebung. Freie Parkplätze muss man bereits heute oft lange suchen. Die Liste lässt sich beliebig fortsetzen.

Nun leisten die Baugesellschaften einen wichtigen Beitrag, um Wohnen in Hamburg, egal ob im Eigentum oder zur Miete, bezahlbar zu halten bzw. wieder bezahlbarer zu bekommen. Der rot-grüne Senat gibt dafür allerdings lediglich Zielzahlen für Hamburg vor, die dann für die Bezirke heruntergebrochen werden. So soll der Bezirk Eimsbüttel pro Jahr den Bau von mindestens 700 Wohnungen genehmigen. Die freien Flächen bei uns im Bezirk sind knapp bemessen. Umso wichtiger ist es, die Bürger rechtzeitig in die Planungen einzubinden. Traditionelle Planungsprozessen passen nicht mehr in die modernen Zeiten. SPD und Grüne haben dies bislang nicht verstanden, vor allem nicht auf bezirklicher Ebene, wo letztlich die Entscheidungen für die konkreten Flächen bzw. die Dimensionen möglicher Neubauten mittels Bebauungsplänen festgelegt werden.

Es fehlen ganzheitliche Masterpläne zur Entwicklung unserer Quartiere und Stadtteile. So entsteht ein Stückwerk, welches oft nicht zusammenpasst. Lokstedt ist da ein gutes Beispiel verfehlter Stadtplanung. Reine Wohnquartiere ohne ausreichende soziale Infrastruktur, Einkaufsmöglichkeiten oder Restaurants. Der Unmut vieler Bürger ist daher mehr als verständlich. Erste Initiativen wollen nun gar den Wohnungsbau in Hamburg insgesamt einschränken und spielen Mensch und Natur gegeneinander aus. Das wäre nicht möglich, wenn SPD und Grüne vernünftig arbeiten würden und die Zeichen der Zeit erkannt hätten.

Aus den Gesprächen haben sich nun wieder eine Reihe von neuen Anregungen ergeben, die ich mittels einer weiteren Senatsanfrage an Landesregierung und Bezirksverwaltung stellen werde. Wenn Sie Fragen oder Kritik haben, melden Sie sich gerne jederzeit in meinem Bürgerbüro. Letztlich wird es wie an vielen anderen Stellen in Hamburg darum gehen, einen Kompromiss zu finden, welcher die Anregungen der Bürger ernsthaft aufgreift. Sonst verliert staatliches Handeln unnötig an Akzeptanz.