Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

In diesem Jahr feiert Hamburg das 100-jährige Jubiläum seiner Universität. Dabei kann unsere Stadt mit Recht stolz auf all ihre staatlichen und privaten Hochschulen sein. Ein Jubiläum ist aber nicht nur geeignet, auf das bereits Erreichte zurückzublicken, sondern bietet auch die Chance, den Blick nach vorne zu richten. Denn die stolze Geschichte unserer größten Universität darf nicht ausblenden, dass der Wissenschaftsstandort Hamburg in vielen Bereichen dringend gestärkt und ausgebaut werden muss.

Der Hamburger Wirtschaftsrat hat dazu heute das Positionspapier „Wer Wirtschaftsmetropole bleiben will, muss Wissenschaftsmetropole werden“ veröffentlicht, an dem ich in meiner Funktion als wissenschaftspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion wie schon bei ähnlichen Projekten mitgearbeitet habe. Mit seiner Kernbotschaft trifft das Papier den Nagel auf den Kopf: Ohne eine starke Wissenschaft ist zukünftig keine erfolgreiche Wirtschaft mehr denkbar. Die Politik des derzeitigen Senats zeigt zwar, dass dies auch von SPD und Grünen verstanden wurde. Dennoch sind die Bemühungen bislang viel zu zaghaft und eher kleinteilig. Für eine echte Wissenschaftsmetropole fehlt Rot-Grün ein Masterplan. Das zeigt sich an den vielen Baustellen, welche die rot-grüne Wissenschaftspolitik noch hat.

Die jüngst vorgestellten Kennzahlen zur Entwicklung der Hamburger Hochschulen belegen, dass beispielsweise in den wichtigen Bereichen Internationalisierung und Kooperationen mit der Wirtschaft noch sehr viel Luft nach oben ist – das wird insbesondere beim Thema Ausgründung aus der Forschung deutlich. Hamburg muss deutlich stärker in Informatikwissenschaften und die Erforschung von Zukunftstechnologien investieren, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz und Distributed Ledger Technologien wie Blockchain. Unsere Hochschulen sollen zu Keimzellen einer innovativen Gründerszene werden. Dafür müssen wir sie besser bei der Einwerbung von Drittmitteln aus der Wirtschaft unterstützen und Innovationszentren mit eigenen Professuren für Entrepreneurship zur koordinierten Begleitung von Ausgründungen einrichten. Und schließlich brauchen Hamburgs Studenten auch ein Dach über dem Kopf, müssen sich das Wohnen in Hamburg auch leisten können.

Diese Mammutaufgabe wird nicht von heute auf morgen zu lösen sein. Aus diesem Grund fordert der Wirtschaftsrat, dass der Senat eine „Technologie-und Wissenschaftsagenda 2030“ ins Leben ruft, die Projekte in der Wissenschaftspolitik priorisiert und beschleunigt, mit den Nachbarbundesländern die Kooperation sucht und vor allem einen soliden Finanzierungsplan erstellt. Diese Impulse werden wir als CDU-Bürgerschaftsfraktion gerne aufgreifen und einmal mehr entsprechende Initiativen ins Hamburger Landesparlament einbringen. Wer Anregungen und Ideen hat, mitreden und mitgestalten möchte, erreicht mich jederzeit per Mail.

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