Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Als Vertreter der CDU-Bürgerschaftsfraktion habe ich die beiden letzten Tage am Parlamentsforum Südliche Ostsee 2015 (PSO) teilgenommen. Das PSO fand dieses Jahr unter der Überschrift „Wissenschafts- und Hochschulkooperation im Ostseeraum“ statt, erstmals bei uns in Hamburg. Als wissenschaftspolitischer Sprecher unserer Fraktion war ich besonders auf den Austausch mit meinen Fachkollegen aus den benachbarten Bundesländern und Regionen gespannt.

Das PSO tritt seit 2004 jährlich zusammen. Es dient dazu die regionalen Vertretungskörperschaften Hamburgs, Schleswig-Holsteins und Mecklenburg-Vorpommerns, der Woiwodschaften Westpommern, Pommern und Ermland-Masuren sowie der Oblast Kaliningrad und der schwedischen Provinz Schonen über bestehende, bilaterale Beziehungen hinweg, intensiver miteinander zu vernetzen und so den südlichen Ostseeraum insgesamt zu stärken. Die Schweden sind derzeit assoziiertes Mitglied, eine Einladung zur Vollmitgliedschaft wurde in Hamburg bekräftigt.

In den vergangenen Jahren stand insbesondere das Thema Tourismus im Fokus. In diesem Jahr haben wir beschlossen diese Vernetzung auch in den Hochschulen und der Wissenschaft stärker voranzutreiben. Unser Ziel ist es die Region “südlichen Ostsee” noch stärker als international wettbewerbsfähige Wissenschaftsregion mit globaler Ausstrahlung zu positionieren. Getagt wurde im Plenarsaal des Hamburger Rathauses – anders als sonst mit eigens eingerichtetn Kabinen für die Dolmetscher. Die Diskussionen fanden parallel in deutscher, polnischer, schwedischer und russischer Sprache statt, wobei sich für den direkten Austausch Englisch doch als einfachste Lösung herausstellte.

Um das zu erreichen, wollen wir zukünftig mehr und intensivere grenzüberschreitende Partnerschaften zwischen Universitäten etablieren, bzw. diese ausbauen. Diese Partnerschaften sollen vor allem den Austausch von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, Studierenden und Ideen befördern. Der Austausch auf persönlicher Ebene befruchtet, wie ich selbst vor einigen Jahren während meines Masterstudiums in Australien lernen konnte, sowohl die reisenden Akademiker als auch ihre Umgebung enorm.

Außerdem wollen wir zukünftig die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft weiter intensivieren. Die Universitäten sind ein wesentlicher Innovationstreiber für die wirtschaftliche Prosperität und Zukunftsfähigkeit des Ostseeraums. Diese Rolle muss stärker als bisher anerkannt und unterstützt werden. In vielen Ländern sind deshalb Kooperationen und die privatwirtschaftliche Finanzierung universitärer Forschung viel weiter verbreitet als bei uns. Hier besteht dringender Nachholbedarf um auch zukünftig an der Spitze internationaler Wissenschaft konkurrenzfähig zu bleiben.

Für Hamburg besonders wichtig: Das PSO hat beschlossen den südlichen Ostseeraum gezielt zum international anerkannten Exzellenzcluster in Sachen Biomolekül- und Materialforschung zu entwickeln. Da wir in der Materialforschung bereits nationaler Exzellenzcluster sind, soll der Hansestadt hier zukünftig eine Führungsrolle zukommen.

Abseits der fachlichen Diskussionen besichtigten die Mitglieder des Forums am Montagabend auch die KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Diese Zäsur des Programms führte uns allen noch einmal direkt vor Augen, wie wichtig grenzübergreifende Kooperation und Austausch sind, um Vorurteile und Extremismus zu bekämpfen. Diese Eindrücke beeinflussten die Diskussionen am zweiten Tag noch immer und hatten sicher auch einen Anteil an der einmütigen Verabschiedung der Resolution.

Im kommenden Jahr wird das Parlamentsforum Südliche Ostsee übrigens vom Landtag Schleswig-Holstein in Kiel ausgerichtet. Dann hoffentlich mit einem neuen Vollmitglied: der schwedischen Provinz Schonen.

 

Foto: Die gemeinsame Resolution liegt im Plenarsaal der Hamburgischen Bürgerschaft zur Unterzeichnung bereit. 

 

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