Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

In dieser Woche konnte ich eine neue Perspektive unserer Stadt kennenlernen. Als Teilnehmer des. 2. Aktionstags “Perspektivenwechsel” besuchte ich am 21. November die Schnelsener Wohnunterkunft “Holsteiner Chaussee 397” in meinem Wahlkreis – passend zum Leitthema des Tages, „Wohnungslosigkeit / Hilfe für Flüchtlinge und Zuwanderer“.

In Hamburg leben mehr als 8.500 Menschen ohne feste Bleibe. Die stetig steigende Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern aus dem Ausland kompliziert die Situation zusätzlich. Hamburgs Sozialpolitik ist gefordert, den Bedürftigen menschenwürdige Lebensverhältnisse zu ermöglichen und sie aus der Wohnungslosigkeit zu holen bzw. bedarfsgerechte Unterkünfte zu schaffen. Den Umfang dieser simplen und unstrittigen Forderung erkennt am besten, wer sich persönlich “vor Ort” mit der Thematik beschäftigt.

An diesem Vormittag bekam ich die Gelegenheit mit Mitarbeitern der Einrichtung, dem Bürgernahen Beamten des Stadtteils sowie mit Bewohnern der Einrichtung zu sprechen. Rund 260 Personen sind hier untergekommen, vielfach mit komplizierten persönlichen Schicksalen. Bemerkenswert ist dafür umso mehr das Engagement der Mitarbeiter. Mit viel Herzblut hat das Team um die Leiterin Ute Gastberger pünktlich zum 20. Jubiläum der Einrichtung für einen frischen Farbanstrich gesorgt. In leuchtendem “Schweden-Rot” grüßen die Häuser der Bewohner schon von weitem. Liebevoll angelegte Blumenbete und einladend gestaltete Gemeinschaftsräume geben den Menschen, die hier untergekommen sind, eine lebenswerte Umgebung.

Dabei engagiert sich das Team der Wohnunterkunft auch über die Grundstücksgrenzen hinaus, ist beispielsweise gemeinsam mit Bewohnern beim Stadtteilfest mit einem eigenen Stand vertreten oder lädt Schulklassen zum Dialog ein. Ein tolles zusätzliches Engagement, auch um mögliche Vorurteile abzubauen und die Einrichtung im Stadtteil bekannter zu machen.

Ein Vormittag reicht sicher nicht aus, um die Thematik und die Schicksale der Menschen vor Ort voll und ganz erfassen zu können. Der Perspektivenwechsel bietet jedoch eine wertvolle Gelegenheit, den allseits geforderten Blick über den Tellerrand zu werfen, eine andere Welt kennenzulernen, eben wirklich eine neue Perspektive einzunehmen. Gerne beteilige ich mich auch beim nächsten Aktionstag wieder.

Mehr Informationen zum Aktionstag gibt es auf der Homepage der Freien Wohlfahrtspflege.

 

Foto (© Silke Schlüter, v.r.): Herr Köpke (Bürgernaher Beamter), Ute Gastberger (Leitung) und Carsten Ovens