Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Beinahe 11.000 Kilometer von Hamburg entfernt erhebt sich Lima, die Hauptstadt der Republik Peru, über der Pazifikküste. Hier leben rund 10 Millionen Menschen, ein Drittel der Bevölkerung des südamerikanischen Anden-Staates. Die Verbindung mit Hamburg ist traditionell eng: Bereits seit 1843 unterhält das Land ein Generalkonsulat in Hamburg, es gehört zu den zwanzig ältesten konsularischen Einrichtungen unserer Hansestadt.

Auf der letzten Bürgermeister-Konferenz im Mai 2016 hat Olaf Scholz betont, dass ihm die enge Freundschaft zu Lateinamerika sehr am Herzen liegt. Ein besonderes Engagement des Senats für die deutsch-lateinamerikanischen Beziehungen in den Bereichen Wirtschaft und Wissenschaft ist jedoch derzeit öffentlich nicht wahrnehmbar. Es wird Zeit, dass Hamburg die Chancen aufgreift und für sich nutzbar macht.

Vor diesem Hintergrund hatte ich den Senat bereits im September um eine Auflistung der Beziehungen zwischen Hamburg und Peru gebeten und Kontakt zu einigen Unternehmen sowie zu wissenschaftlichen Institutionen in Peru aufgenommen. Auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung reiste ich dann Mitte November erstmals nach Südamerika. Eine Woche verbrachte ich in Lima und Cusco. Das Dialogprogramm umfasste einen Mix aus politischen, wissenschaftlichen und wirtschaftsorientierten Terminen.

Dazu gehörten mehrere Veranstaltungen zum Einfluss digitaler sozialer Medien auf die Demokratie. Darüber diskutierte ich mit Studenten am Instituto Peruano de Publicidad und war an der Universidad Andina del Cusco eingeladen, vor über 350 motivierten Gästen einen Vortrag zum Thema zu halten. Beim 3. Nationalen Treffen für Digitalen Demokratie fand sich nach meinem Referat auch die Gelegenheit zum Austausch mit Regierungsmitgliedern und Kongressabgeordneten. Das Nachrichtenunternehmen El Diario del Cusco befragte mich im Rahmen einer kleinen Talkshow zum Medienwandel im Kontext der Digitalisierung. Ein Interview zum Thema findet sich auch beim Magazin ExpresoTec.

Die Besuche an den verschiedenen Universitäten und Hochschulen des Landes konnte ich nutzen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. So ist beispielsweise die Universidad del Pacifico sicherlich ein für Hamburg spannender Partner in Sachen Startup-Förderung oder beim Thema Blockchain. Beim Wirtschaftsfrühstück der Deutsch-Peruanischen Handelskammer bot sich die Möglichkeit zum Austausch mit deutschen Unternehmen vor Ort. Grundsätzlich bietet Peru viele Chancen. Für Hamburg relevant ist vor allem der Bereich Logistik sowie die maritime Wirtschaft insgesamt.

Auch sonst war das Programm intensiv und abwechslungsreich. Eine besondere Ehre war es, vom 1. Vizepräsidenten des Kongresses der Republik Peru empfangen zu werden. Den Vizeminister für Tourismus konnte ich für einen Besuch der Elbphilharmonie während seiner nächsten Europareise begeistern. Interessant war sicherlich auch die Diskussion zum Einfluss von China auf Lateinamerika und Europa, an der ich im Rahmen einer Buchvorstellung teilnahm, um die europäische Perspektive darzustellen. Europa und Südamerika sind durch eine gemeinsame Geschichte und bis heute durch ein gemeinsames Wertefundament verbunden. Es liegt auf der Hand, dies zu nutzen, darauf aufzubauen und an einer gemeinsamen Zukunft zu arbeiten.

Eine kurze Auszeit des offiziellen Programms nutzte ich für einen Besuch von Machu Picchu. Es gibt kaum Orte auf der Welt, die beeindruckender sind. Eine Reihe von Bildern meiner Reise findet sich auf Facebook und Twitter. Zum Ende meiner Reise diskutierte ich mit Sebastian Grundberger, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung Peru die zentralen Eindrücke meiner Reise. Ein kurzes Video davon findet sich hier. Peru, Land zwischen Hightech und alten Inka Stätten, ist sicherlich jede Reise wert und so war es vermutlich auch nicht mein letzter Besuch im südamerikanischen Anden-Staat.

 

Foto: Mit Lama Gina vor den Ruinen von Machu Picchu.