Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die rot-grüne Sparpolitik im Wissenschaftsbereich zeigt erste Auswirkungen. Aufgrund des um sich greifenden Spardiktats des Senat diskutiert die Universität Hamburg derzeit die Schließung des renommierten Zentrums Holzwirtschaft in Bergedorf. Hier wird am nachhaltigen Rohstoff Holz geforscht. Doch nun droht der grüne Schredder.

Hier wird erneut deutlich, was die chronische Unterfinanzierung der Hochschulen für Folgen hat. Immer wieder machen wir als CDU deutlich, dass der Senat seine Zuschüsse an die Universität langsamer steigert, als die allgemeine Kostensteigerung voranschreitet. Unter dem Strich schrumpfen also die Mittel, welche der Universität zur Verfügung stehen. Einen weiteren negativen Beitrag liefert der BAföG-Betrug von Wissenschaftssenatorin Fegebank. Entgegen ihrer klaren Versprechen im Wahlkampf, versickern 31 Millionen Euro pro Jahr im allgemeinen Haushalt der Stadt anstatt gemäß der Vereinbarung zwischen Bund und Ländern an die Hochschulen weitergegeben zu werden. Eine ordentliche Summe, die SPD und Grüne weiterhin den Wissenschaftlern, Dozenten und Studenten vorenthalten.

Zusammengenommen führt das zu einer generellen Unterfinanzierung der Hochschulen, die diese wiederum zum Sparen zwingt. Anfang Februar wurde bekannt, dass das Zentrum Holzwirtschaft am Fachbereich Biologie aus finanziellen Gründen geschlossen werden soll. So sollen bis zu zwei Millionen Euro eingespart werden, um die beschriebene Unterfinanzierung zu bewältigen. Dabei erfüllt das Zentrum nach einem aktuellen Gutachten des Wissenschaftsrats alle Kriterien einer modernen Forschungseinrichtung.

Das Zentrum Holzwirtschaft besteht seit 75 Jahren und erfüllt alle Kriterien für eine erfolgreiche Wissenschaftsarbeit: Es ist extrem gut mit der Wirtschaft vernetzt, verfügt über hervorragende Kooperationen mit anderen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, wie etwa dem Thünen-Institut in Braunschweig, und bemüht sich erfolgreich um internationale Studenten und Doktoranden. Zudem leistet es mit seiner Arbeit im Bereich Materialforschung an nachhaltigen Rohstoffen einen wichtigen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit. Dabei bietet das Zentrum für Holzwirtschaft den bundesweit einzigen universitären Studiengang im Bereich Holzwirtschaft sowie bundesweit die einzige Promotionsmöglichkeit in diesem Fachgebiet. Schließlich bestehen enge Kooperationen mit Unternehmen, auch im Bereich der Auftragsforschung. Deshalb hat sich bereits 2006 der damalige CDU-geführte Senat für das Zentrum stark gemacht.

Derzeit sind in der Holzwirtschaft mehr als 250 Studenten eingeschrieben. Dazu kommen rund 60 Mitarbeiter, zu denen sieben Professoren gehören. Wir fordern, dass diese Studien- und Arbeitsplätze erhalten bleiben. Gemeinsam mit meinem Bergedorf Kollegen Dennis Gladiator und weiteren Kollegen habe ich dazu nun einen Antrag in die Bürgerschaft eingereicht. Außerdem habe ich mich persönlich mit Briefen an den Präsidenten und den Kanzler der Universität Hamburg sowie an die Wissenschaftssenatorin gewandt um auf den drohenden Verlust dieses wissenschaftlichen Kleinods unserer Stadt hinzuweisen.

Damit unterstütze ich den Protest des Fachschaftsrats Holzwirtschaft sowie die Professoren des Zentrums. Uni-Präsident Lenzen hat angekündigt einen runden Tisch einrichten zu wollen und gemeinsam mit Vertretern des Instituts, der Studenten und aus der Wirtschaft nach tragfähigen Finanzierungsmodellen zu suchen. Nun ist die Wissenschaftsbehörde gefordert, endlich die Grundfinanzierung der Hochschulen zu verbessern, damit dieser Fall ein tragischer Einzelfall bleibt und nicht zukünftig die Regel wird.

 

Foto: Eigene Aufnahme im Arboretum Lohbrügge des Zentrums Holzwirtschaft

Leave a reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.