Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Die Zahl der Verkehrsunfälle im Bezirk Eimsbüttel sind 2016 um erschreckende 7,4% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das musste der rot-grüne Senat jüngst auf eine Anfrage unseres Verkehrsexperten Dennis Thering MdHB einräumen. Dies ergab die Auswertung des Statistischen Bundesamtes. Besonders bedenklich ist auch, dass es sich dabei um die Fortsetzung eines Trends im Bezirk handelt. Bereits 2015 mussten 4,8% mehr Verkehrsunfälle als im Vorjahr verzeichnet werden.

Da offenbar weder der Senat, noch die Eimsbütteler Vertreter von SPD und Grünen in der Bürgerschaft an einer Aufklärung dieses negativen Trends interessiert sind, habe ich mit einer weiteren Senatsanfrage detailliertere Zahlen für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen ermitteln lassen. Mein Ziel ist es, die Ursache für diesen enormen Anstieg des Unfallrisikos auf unseren Straßen aufzuklären und Lösungsansätze auf den Weg zu bringen.

In der Antwort auf meine Anfrage gibt der rot-grüne Senat zunächst einmal an, dass er eine regelmäßige Auswertung der Unfallzahlen nach Stadtteilen, also detaillierter als auf Bezirksebene, nicht für notwendig hält. Angeblich besteht hierfür nach fachlichen Gesichtspunkten keine Notwendigkeit. Ich frage mich allerdings, wie sonst Fehlplanungen und mangelhafte Verkehrspolitik auf Bezirksebene offengelegt werden sollen. Für eine transparente Verkehrspolitik in unserer Stadt sind diese Daten unerlässlich.

Wie entscheidend diese Auswertungen für die einzelnen Stadtteile sein können, zeigt sich spätestens bei einem genaueren Blick auf die Daten. So stieg die Zahl der Verkehrsunfälle in Schnelsen von 2014 auf 2015 um 27,4% und von diesem Spitzenwert noch einmal um 10,8% im Jahr 2016. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass wir 2016 ganze 334 Unfälle mehr hatten als noch 2014. Der Senat begründet diesen Anstieg insbesondere mit der Großbaustelle auf der A7 und mit dem generellen Anstieg der Unfallzahlen im ganzen Stadtgebiet. Wie jedoch eine Baustelle, wenn sie denn sachgemäß aufgebaut und geführt würde, zu einem solchen Sicherheitsrisiko werden kann, bleibt zu klären.

Aber auch in den anderen Stadtteilen kam es zu beachtlichen Steigerungen der Unfallzahlen. In Lokstedt stieg die Zahl im Vergleich zu 2015 um 8,7% und in Niendorf sogar um 9,6%. Auch die weitere Auswertung der Unfalldetails bringt einige wichtige Erkenntnisse. So stiegen die Zahlen der Unfälle mit Beteiligung von Senioren in allen drei Stadtteilen an. War diese Gruppe beispielsweise in Niendorf im Jahr 2014 noch in 273 Unfälle verwickelt, waren es 2016 bereits 320 Unfälle – ein Anstieg von 17,2%. In Lokstedt lebt es sich seit 2014 deutlich unsicherer, wenn man zu Fuß unterwegs ist. Waren dort 2014 noch „nur“ 9 Fußgänger in Unfälle verwickelt, stieg diese Zahl bis 2016 auf 21 an – eine Steigerung um 133%.

Abschließend bleibt erneut festzuhalten, dass der Senat diese Erkenntnisse leider als irrelevant empfindet. So kann keine Verkehrspolitik für die Bürger in den Bezirken gemacht werden. Die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer muss im Mittelpunkt verkehrspolitischer Maßnahmen stehen. Das gilt insbesondere auch für den Radverkehr, wie ich diese Woche bei “Schalthoff Live” auf Hamburg 1 deutlich gemacht habe. Grüne Politik mit der Brechstange ist der falsche Ansatz.

Um dieses Thema weiter zu vertiefen, lade ich zu einer Diskussionsveranstaltung am 7. Juni um 19 Uhr in mein Niendorfer Bürgerbüro ein. Zum Thema „Hamburgs Verkehrspolitik auf dem Prüfstand“ werden wir mit Dennis Thering MdHB, Verkehrsexperte und stellv. CDU-Fraktionsvorsitzender, sprechen. Neben dem Thema der Unfallzahlen wird es auch um eine Halbzeitbilanz des rot-grünen Senats, um Baustellenchaos und Fluglärm, sowie um die Großprojekte A7 Deckel, U5 und S21 gehen.

Für die bessere Planung wird um eine kurze Anmeldung per Mail oder Telefon (040 3602 9651) gebeten.