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Wir müssen die Wissenschaft mehr in die Herzen der Hamburgerinnen und Hamburger tragen, gab Wissenschaftssenatorin Fegebank zum Amtsantritt als Leitmotiv ihrer Amtszeit vor. Letztmalig erneuerte Sie diesen Anspruch im Februar 2016 öffentlich. Schon damals haben wir gesagt: als CDU unterstützen wir diesen Kurs, denn die Universitäten und Hochschulen sind Ideen- und Impulsgeber unserer Stadt und gehören folgerichtig auch in die pulsierenden Herzen der Hamburger.

Auch dachten wir, Einigkeit vorzufinden, wenn es darum geht, der Wissenschaft in Hamburg ein anständiges Zuhause, eine anständige Infrastruktur zu geben. Bestehendes zu modernisieren und zu erneuern. Nur so ist das doch zu schaffen, der Einzug in die Herzen, nicht aber mit den Ruinen, die sie hier Universität nennen, wie Prof. Lenzen in seiner Funktion als Präsident der Universität Hamburg einmal feststellte. Schon 2009 stellte der damalige Präses der Handelskammer Hamburg und der heutige Wirtschaftssenator Frank Horch in einem Standpunktepapier fest, dass der unbefriedigende bauliche Zustand der Universität ihrem Image schadet. Mit einem schlechten Image kommt die Uni nur schwer in die Herzen der Hamburger.

Unser Antrag nimmt Bezug auf den Beschluss der Bürgerschaft aus dem Jahr 2010, die Universität Hamburg zu sanieren und zu modernisieren. Dabei geht es hier primär um den Campusgelände Bundesstraße (Geomatikum, MIN-Forum, Informatik – hier Verlegung von Stellingen nach Bundesstraße), auf Philosophenturm sowie den Campus Van-Melle-Park.

Während an der Bundesstraße endlich gebaut wird, bröckeln die Fassaden an den übrigen Gebäuden weiter vor sich hin. Wir fordern den Senat deshalb auf, alle aktuellen Bauvorhaben an der Uni Hamburg, insbesondere rund um den VMP, die Bundesstraße sowie die Wegverbindung zwischen Bundesstraße und VMP transparent offenzulegen.

Die Sanierungseuphorie aus dem Jahr 2010 scheint erlöschen. Nicht weniger als 60% der Universitätsbauten sind heute in einem mangelhaften Zustand. Wir brauchen deshalb umgehend zukunftsorientierte Maßnahmen für die Bauten am VMP, um die Universität wieder attraktiv und zukunftsfähig zu machen. Das betrifft die Modernisierung von innen und von außen. Wir ersuchen den Senat, endlich offenzulegen, inwieweit es möglich ist, den Lehrbetrieb im Philosophenturm noch bis zum Baubeginn zu erhalten, wo doch das Gebäude laut Bauamt in diesem Jahr seine Betriebsgenehmigung verliert.

Diese Fakten wollen wir vom Senat noch zum Jahresende auf dem Tisch haben. Es ist nicht länger tragbar, dass im Geomatikum und im Philosophenturm immer wieder Aufzüge ausfallen, dass Balkone nicht mehr betreten werden dürfen und Fassaden notdürftig abgestützt werden müssen.

Es darf nicht sein, dass unsere Studenten schlechte Lehr- und Prüfungssituationen erleiden müssen, weil eine Trennwand im Audimax defekt ist. Es ist völlig unverständlich, wie Neubauten am Geomatikum aus verfahrensrechtlichen Gründen von 2018 auf 2019 verschoben werden, sich Sanierungen teilweise um Jahre verzögern und Sicherheitskonzepte durch geänderte Brandschutzkonzepte erst zwei Jahre später umgesetzt werden. Die notwendige Sanierung des Uni-Hauptgebäudes sowie am Martin-Luther-King-Platz bekommt erst gar kein Datum für eine Fertigstellung, weil schlicht die Mittel fehlen.

Aber vielleicht haben wir das Leitmotiv der Wissenschaftssenatorin zu Amtsantritt auch falsch verstanden. Vielleicht wollte Sie ja gar keinen Aufbruch der Hamburger Wissenschaft, um diese in die Herzen der Hamburger zu bringen. Vielleicht ging es ihr ja mehr darum, eine grüne Wohlfühlblase zu schaffen, in der alle im Kreis tanzen, bis ihnen schwindelig ist und sie den Scharm der 1960er und 1970 Bauten, die bröckelnden Fassaden gar nicht mehr wahrnehmen. Hoffen wir nur, es fällt niemandem ein Stück Mauerwerk auf den Kopf. Dann wäre es schnell vorbei, mit der Idylle, dann wären wir wieder in der harten Realität.

Erfreulich ist immerhin, dass SPD und Grüne der Überweisung unseres Antrag in den Wissenschaftsausschuss zugestimmt haben. Auch wenn sich die Wissenschaftssenatorin in der Bürgerschaft nicht äußern wollte, so kann Sie nun dem Ausschuss ausführlich Rede und Antwort stehen und die von den rot-grünen Rednern heute angekündigten Drucksachen vorstellen. Zumindest in groben Zügen, soviel ist wohl zu erwarten.

 

Foto: Hauptgebäude der Universität Hamburg

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