Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

In der jüngsten Zeit erfreut sich die Hamburger Gründerszene zunehmend öffentlicher und politischer Aufmerksamkeit. In der Hansestadt tummeln sich immer mehr potenzielle Unternehmer und Gründer. Jedoch ist die Anzahl der Existenzgründer in Hamburg auf einen neuen Tiefstand gesunken, wie die Antwort des Senats auf meine Anfrage im April diesen Jahres deutlich macht.

Die Entwicklung Hamburgs zur Startup-Metropole ist kein Selbstgänger. Die Hansestadt braucht konkrete Maßnahmen der Politik, um unsere Stadt für Gründer und dabei auch für sogenannte Social Entrepreneurs attraktiver zu gestalten. Unter Social Entrepreneurship oder sozialem Unternehmertum versteht man eine wirtschaftliche Tätigkeit, die sich innovativ, pragmatisch und langfristig für einen wesentlichen, positiven Wandel einer Gesellschaft einsetzt. Das soziale Unternehmertum verdient deshalb eine hohe gesellschaftliche Wertschätzung und sollte von staatlicher Seite bestmöglich unterstützt werden.

Leider hat dies der rot-grüne Senat noch nicht für sich erkannt. Er sieht es offensichtlich nicht als seine Aufgabe, soziale Unternehmer mit ihren innovativen Ideen zu fördern. Auf meine Frage, welche Bedeutung das Thema “Social Entrepreneurship” für den Senat habe, kommt von diesem nur heiße Luft. So erklärt der Senat auf meine letzte Anfrage, er befinde sich im Dialog mit dem Social Impact Lab Hamburg und weiteren Vertretern der Social Entrepreneurship Szene. Aus dieser kurzen und lapidaren Antwort wird deutlich, dass es offensichtlich nach wie vor an konkreten Rahmenbedingungen sowie staatlichen Förderprogrammen für Social-Entrepreneurship-Gründungen in Hamburg fehlt.

So sucht man bereits den Begriff (soziales) Unternehmertum oder gar den Fachbegriff “Social Entrepreneurship” vergeblich im rot-grünen Koalitionsvertrag. Es findet sich dort nur die sehr vage Beschreibung „Der Senat will alle relevanten Stakeholder in Hamburg zusammenbringen und ein StartUp Ökosystem aufbauen“. Das Ökosystem ist schon da, auch ohne Rot-Grün. Und Senat hält sich auch in der zweiten Hälfte der laufenden Legislatur bedeckt: konkrete Maßnahmen zur Förderung der Gründerszene bleiben noch immer aus.

Dabei können beispielsweise Social Entrepreneurs wichtige Funktionen für Hamburg übernehmen. Wir brauchen diese Unternehmerpersönlichkeiten, denn sie können mit innovativen Modellen einen wertvollen Beitrag in Bereichen wie Bildung, Gesundheit, Umwelt oder Nachhaltigkeit leisten. An den Hamburger Universitäten sucht man das Thema jedoch vergebens. Ohnehin gibt es insgesamt nur drei Lehrstühle zum Thema Entrepreneurship. Das ist zu wenig für eine Stadt, die (soziale) Innovationsmetropole sein will.

Erfreulicherweise gibt es jedoch bereits einige private Initiativen, die sich nachhaltig um eine Unterstützung der jungen Sozialunternehmer bemühen. Hierzu zählen verschiedene Non-Profit-Organisationen zur Förderung von sozialem Unternehmertum, wie z.B. die Ankommer. Auch das Social Impact Lab bietet spezielle Fördermöglichkeiten für Hamburger Social Startups wie etwa “Impact Starter”, ein Stipendienprogramm für junge Sozialunternehmen in der Gründungsphase. Und das Betahaus Hamburg fördert den Social Innovation Hub mit seiner Social Innovation Challenge. Auch ohne Mitwirkung von Rot-Grün entwickelt sich langsam eine Social Entrepreneurship-Szene in Hamburg.

Es wird Zeit, dass der Hamburger Senat endlich erkennt, welche Bedeutung die sozialen Unternehmerpersönlichkeiten für die Entwicklung unserer Stadt haben können. Gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion werde ich das Thema erneut auf die Tagesordnung setzen und weiterhin Initiativen ins Landesparlament einbringen, um unsere Gründerszene bestmöglich zu fördern.

 

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