Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Social Media für Politiker – was vor einigen Jahren noch eher etwas für Exoten war, ist heute mehr die Regel als die Ausnahme. Abgeordnete wie Behörden nutzen Facebook, Instagram, Twitter und andere soziale Medien, um über ihre Arbeit zu berichten und mit Bürgern in den Austausch zu kommen. Das hohe Potenzial, das die sozialen Medien bieten, hat auch seine Schattenseiten. Teils anonym geäußert, müssen Politiker insbesondere auf Bundesebene oft Hate Speech und Drohungen ertragen.

Social Media in der Hamburgischen Bürgerschaft

Auch in der Hamburgischen Bürgerschaft wurde die letzten fünf Jahre fleißig gepostet und getwittert. Zu Beginn der Legislaturperiode hat die SHZ verschiedene Bürgerschaftspolitiker digital durchleuchtet. Seitdem hat sich viel getan, das merkt man auch an den gestiegenen Follower-Zahlen. Waren es 2015 noch knapp 500 Menschen, die mir digital auf Instagram folgten, sind es mittlerweile knapp 1.300 – damit habe ich es sogar auf Platz 1 der Bürgerschaftsabgeordneten geschafft, wie dem Ranking von Pluragraph zu entnehmen ist. Auch für Twitter fällt die Bilanz ähnlich aus. Bei Facebook habe ich mich bewusst dafür entschieden, meine private Seite zu behalten und nicht in eine „Fanpage“ zu verwandeln.

Austausch mit Bürgern, Veranstaltungshinweise und neue Ideen

Das Ganze ist natürlich kein Wettbewerb und dient nicht der Pflege des eigenen Egos. Bei der Social Media Week 2019 habe ich mit meinem FDP-Bürgerschaftskollegen Michael Kruse über politisches Storytelling in den sozialen Medien diskutiert. Wir beide waren uns einig: Nur einfach Informationen posten, damit erreicht man keinen. Es kommt immer auf die richtige Mischung zwischen Informationen und Emotionen an, allerdings darf eine gewisse Linie auch hier nicht überschritten werden – allzu privat muss es nicht werden.

Vor allem bei Facebook kommentieren viele Leute meine Postings oder schreiben mir Privatnachrichten mit ihrer Meinung. Der Ton ist in den allermeisten Fällen sachlich und freundlich und ein guter Austausch ist die Folge. So bekomme ich gutes und kritisches Feedback für meine Arbeit und oft auch neue Ideen und Impulse. Genauso schaue ich natürlich bei anderen Kollegen auf die Profile und bringe mich dort ein.

Vor allem für Veranstaltungshinweise werden die sozialen Medien von Politikern häufig genutzt – so natürlich auch von mir. Und manche Dinge gingen analog längst nicht so effizient und einfach. Bei meiner großen Stadtteilumfrage im letzten Jahr beispielsweise konnten mein Team und ich über 500 Umfrageteilnehmer begeistern, die meisten über die sozialen Medien.

Der Nutzen überwiegt

Social Media kostet vor allem Zeit – zumindest dann, wenn man es selber macht. Das muss man meines Erachtens tun, denn ansonsten ist es nicht authentisch. Und doch wäre Social Media in meiner politischen Arbeit heute schwer wegzudenken. Deswegen bin ich mir sicher, dass die Zahl der Follower von meinen Profilen und denen meiner Kollegen auch in den nächsten Jahren wachsen wird. Denn der digitale Abgeordnete wird vom Bürger immer mehr als digitale Servicestelle angesehen werden – eine schöne Entwicklung vor dem Hintergrund der oft beschworenen Politikverdrossenheit. Wer hierzu diskutieren möchte, ist hierzu herzlich im digitalen Raum eingeladen – am besten per Tweet.

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