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Hamburg ist die deutsche Stiftungshauptstadt. Viele dieser Stiftungen widmen sich auch der Förderung des akademischen Nachwuchses, meist in Form von Stipendien. Es könnte entsprechend angenommen werden, dass in Hamburg überdurchschnittlich viele Stipendiaten studieren.

Wie eine Studie des INSTITUTS FÜR DEMOSKOPIE ALLENSBACH und des Reemtsma Begabtenförderungswerks (2014) zeigt, erhalten jedoch insgesamt nur 4 Prozent der Studenten zwischen 18 – 29 Jahren ein Stipendium. Dabei haben sich 80 Prozent der Studenten deutscher Universitäten und Hochschulen in der Vergangenheit aus unterschiedlichen Gründen nicht einmal um ein Stipendium bemüht. Dagegen ist der Anteil der Studenten, die aus finanziellen Gründen auf ein Stipendium verzichten könnten, von 32 auf 25 Prozent zurückgegangen.

Der akademische Nachwuchs ist eine zentrale Grundlage für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Es sollte im Interesse des Senats sein, die besten Studenten aus aller Welt für Hamburg zu gewinnen und den an unseren Universitäten und Hochschulen eingeschriebenen Studenten ein attraktives Umfeld zu bieten. Demnach stellt sich die Frage, was der Senat unternimmt, um die Zahl der vergebenen Stipendien an Hamburger Hochschulen zu erhöhen. Entsprechend habe ich unsere Landesregierung im November in einer Schriftlichen Kleinen Anfrage (Drucksache 21/2309) um Auskunft gebeten.

Die nun vorliegenden Erkenntnisse sind ernüchternd. Grundsätzlich kann der Senat keine Auskunft darüber geben, wie viele Studenten an staatlichen und privaten Hamburger Hochschulen mit einem Stipendium gleich welcher Art unterstützt werden. Ohne diese Grundlage lassen sich kaum weitere sinnvolle politische Maßnahmen zur Förderung der Stipendienkultur und damit zur Förderung von jungen Talenten anstoßen.

Eine Ausnahme bildet lediglich das von der CDU initiierte Deutschlandstipendium. Seit dem Wintersemester 2011/2012 wird dieses an einigen Hamburger Hochschulen angeboten. Die Universität Hamburg zog als größte Hochschule unserer Stadt jedoch erst im Winter 2014/2015 nach. Begründet wird dies von der Wissenschaftsbehörde mit den hohen Verwaltungsaufwand und die Bereitstellung von Mitteln durch private Förderer. Umso erstaunlicher ist es, dass viele private Hochschulen ihren Studenten bereits seit einigen Jahren Deutschlandstipendien anbieten.

Konkret führt dies dazu, dass beispielsweise an der Uni Hamburg in 2015 lediglich 26 Deutschlandstipendien vergeben wurden. Dabei wären rund 830 Stipendien möglich gewesen (bis zu 2% der Studenten einer Hochschule können gefördert werden). Weitere Informationen für interessierte Studenten finden sich auf der Homepage der Uni Hamburg.

An den privaten Hamburger Hochschulen sieht es dagegen deutlich besser aus. So profitieren beispielsweise an der Bucerius Law School über 3,3% der Studenten von einem Deutschlandstipendium – mehr als als nach den Vorgaben des Bundes eigentlich möglich wäre. Doch können Hochschulen innerhalb eines Landes auf nicht abgerufene Mittel anderer Hochschulen zugreifen. Die Jurastudenten der Law School sind demnach Nutznießer der geringen Stipendienvergabe an der Uni Hamburg.

Das Deutschlandstipendium ist nur ein Beispiel für mögliche Förderungen, auf die sich Studenten bewerben können. Leider sieht es Hamburgs Wissenschaftsbehörde nicht als ihre Aufgabe, die Stipendienangebote zu bewerben und verweist auf die Eigenständigkeit der Hochschulen.

Dabei wäre es ein Leichtes, einige grundlegende Informationen zentral zur Verfügung zu stellen. Einen entsprechenden Antrag werde ich gemeinsam mit der CDU-Bürgerschaftsfraktion Anfang des neuen Jahres ins Parlament bringen. Wer Fragen zu möglichen Stipendien hat, oder wissen möchte, wie ehrenamtliches Engagement bei einer Bewerbung hilft, kann sich gerne direkt per E-Mail an mich wenden.

Foto: Das historische Hauptgebäude der Universität Hamburg (eigene Aufnahme)

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