Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Derzeit gibt es in Hamburg ungefähr 5.500 Zimmer in Studentenwohnheimen – 3.946 werden vom Studierendenwerk betrieben, 1.548 sind öffentlich geförderte Wohnheimplätze in freier Trägerschaft. Mit Blick auf die Zahl von weit über 90.000 Studenten in Hamburg ist das ein überschaubares Angebot.

Die Unterbringungsquote liegt bei knapp über 8%. Deutlich unter dem Bundesdurchschnitt. Und in den nächsten Jahren ist wenig Aussicht auf Besserung in Sicht. Gerade mal 390 zusätzliche Zimmer sind bis 2020 bereits auf den Weg gebracht, gab der rot-grüne Senat auf meine Nachfrage zu Protokoll. Dabei liegt die derzeitige Belegungsquote bei rund 100% (Drucksache 21/1042). Und es wird nicht besser. Wie die Fraktionsvorsitzenden von SPD und Grünen kürzlich über eine Hamburger Tageszeitung mitteilten, sollen zukünftig über 100.000 Studenten an unseren Universitäten und Hochschulen studieren. Zur Schaffung von zusätzlichem Wohnraum sagte das rot-grüne “A-Team” allerdings nichts.

Vor diesem Hintergrund brachte ich gemeinsam mit unserer CDU-Bürgerschaftsfraktion Mitte Oktober eine Initiative in die Bürgerschaft ein. Mit unserem Antrag “Bezahlbarer Wohnraum für Studenten ist Mangelware. Mehr Wohnheimplätze für Hamburgs Studenten – Unterbringungsquote auf Bundesdurchschnitt bringen!” wollten wir den Senat auffordern, bis zum Ende  der Legislatur zusätzlich rund 1.800 Wohnheimplätze zu schaffen. Damit würde Hamburg zwar noch nicht auf das in München gebotene Niveau an verfügbaren Studentenwohnheimen kommen (dazu wären 2.800 zusätzliche Zimmer nötig), es würde aber das Angebot signifikant vergrößern und damit spürbar Druck vom Markt nehmen.

Denn Hamburgs Studentenwohnheime sind beliebt. Wie dem Hamburger Abendblatt am 27. September zu entnehmen war, standen kurz vor Semesterstart 1.453 Studenten auf den Wartelisten vom Studierendenwerk. Immerhin, in diesem Wintersemester scheint die Situation nicht ganz so problematisch wie vor einigen Jahren, als sogar eine Turnhalle als Notunterkunft angeboten wurde. Dennoch sind die derzeitigen Unterbringungsmöglichkeiten keine gute Visitenkarte für eine Stadt, die junge Talente aus aller Welt anziehen will.

Keine gute Visitenkarte für Rot-Grün war allerdings auch die Diskussion unseres Antrags in der Bürgerschaft. Während sich der SPD-Fachsprecher darin verlor, dass in den letzten Jahren ja bestehende Wohnheime saniert worden seien (was zwar die Nachfrage steigerte, nicht jedoch das Angebot), beharrte der Redner der Grünen gar darauf, dass Hamburg im Vergleich zu Frankfurt, Köln und anderen Städten doch ohnehin sehr gut dastehen würde, weshalb nicht noch mehr Studentenwohnheime gebraucht würden. Offenbar reicht es den Grünen, die Statistik so zu betrachten, dass andere noch schlechter sind als man selbst. Also lehnten die Regierungsfraktionen unseren Antrag ab und bleiben bei ihren bisherigen Plänen. Am Bedarf ändert sich wenig, er wird eher zunehmen, als abnehmen. Der Ausgang dieser Bürgerschaftsdebatte ist damit schlecht für Hamburg. So kommt der Hochschulstandort nicht voran.

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