Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Lokstedt soll eine neue U-Bahn bekommen und der Hamburger Westen insgesamt per Bahn an den ÖPNV angeschlossen werden. So hießt es im letzten Bürgerschaftswahlkampf. Im Februar 2016 hatte ich dazu gemeinsam mit Eimsbüttels Bundestagsabgeordneten Rüdiger Kruse und der CDU Lokstedt/Niendorf/Schnelsen zu einer großen Infoveranstaltung über den Planungsstand zum Bau der U5 nach Lokstedt geladen. Das Interesse war groß.

Knapp anderthalb Jahre sind seitdem vergangen. Anfang August mussten wir nun aus einem Abendblatt-Interview mit dem Hochbahn-Chef Herrn Falk erfahren, dass sich der gesamte Bau um mehrere Jahre verzögert, von der Westtrasse ist derzeit überhaupt keine Rede mehr. Die U5 war der Wahlkampfschlager der SPD zur letzten Bürgerschaftswahl. Endlich sollten die Arenen im Volkspark sowie bislang nur unzureichend erschlossene Stadtteile wie Lurup und Stellingen durch einen Schnellbahnanschluss mit der Innenstadt verbunden werden. Gleichlaufende Versprechen hatten die Sozialdemokraten übrigens bereits in den 1970er Jahren abgegeben.

Auch für den stetig wachsenden Stadtteil Lokstedt sollte die U5 (in der Variante bis Siemersplatz ebenso wie in der angedachten Weiterführung nach Stellingen) große Erleichterungen bringen. Das ist auch bitter nötig, betrachtet man die zusätzlichen Baugebiete im Stadtteil sowie in den angrenzenden Quartieren, welche in den kommenden Jahren neue Mitbürger nach Lokstedt und Stellingen bringen werden, die ohne U-Bahn voraussichtlich vor allem auf das eigene Auto zurückgreifen werden. SPD und Grüne haben sich während ihrer Koalitionsverhandlungen auf einen beschleunigten Bau der U-Bahnlinie 5 verständigt. Um den langwierigen Prozess des Baus einer U-Bahnstrecke deutlich zu verkürzen, versprach man im Koalitionsvertrag einen möglichst parallelen Baubeginn an beiden Enden der Strecke.

Die Äußerungen des Hochbahn-Chefs belegen jetzt, dass Bürgermeister Scholz sein Wort gegenüber den Bürgern nicht gehalten hat. Diesen Wortbruch hat auch mein Kollege Dennis Thering MdHB deutlich kritisiert. Mit dem nunmehr verkündeten voraussichtlichen Baubeginn im Osten der Stadt in 2021 wird klar, dass sich die endgültige Fertigstellung mindestens bis Mitte der 2030er Jahre verschieben wird. Das Versprechen vom parallelen Baubeginn der U5 im Osten und Westen entpuppt sich als Luftnummer. Das ist bitter für alle Hamburger, die seit Jahrzehnten vergeblich auf eine Schnellbahnanbindung ihrer Stadtteile warten und der Ankündigung der SPD im letzten Bürgerschaftswahlkampf geglaubt haben.

Betroffen sind erneut vor allem die Menschen im Hamburger Westen, genauso wie bei uns in Lokstedt. Ob die U5 jemals durch unsere Stadtteile fahren wird, ist derzeit offen. Hat Hamburgs SPD die Stadt erneut hinters Licht geführt? Als zuständiger Wahlkreisabgeordneter will ich dies nicht einfach akzeptieren. Es kommt jetzt darauf an, ein starkes Signal aus unseren Stadtteilen zu senden, dass die U5 hier gewünscht und benötigt wird. Dazu lade ich herzlich ein. Melden Sie sich einfach im Bürgerbüro.

 

Foto: U2 bei Hagenbecks Tierpark