Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Uruguay ist das kleinste spanischsprachige Land in Südamerika und gehört heute zu den stabilsten Demokratien und wohlhabendsten Ländern in ganz Lateinamerika. Hamburg und das Land am Rio de la Plata pflegen seit Staatsgründung enge Beziehungen: Das Generalkonsulat Uruguays, begründet 1838, zählt zu den zwanzig ältesten konsularischen Vertretungen Hamburgs.

Im Rahmen meines Engagements für die Beziehungen zwischen Hamburg und Lateinamerika habe ich den Senat kürzlich gebeten, einen Bericht zu den hanseatisch-uruguayanischen Beziehungen abzugeben. Hintergrund waren einerseits eine Reise von Bürgermeister Scholz (2016) sowie ein eigener Besuch meinerseits Ende November diesen Jahres, den ich auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung nutzen konnte, um für Hamburg neue Kontakte im Land selbst zu knüpfen, andererseits auch, um politische Nachwuchsführungskräfte aus verschiedenen lateinamerikanischen Ländern zu treffen.

Seit Zeiten der CDU-Regierung (2005) existiert eine offizielle wirtschaftspolitische Kooperation: eine Hafenpartnerschaft mit der Hauptstadt Montevideo, die 2013 erneuert wurde. Beliebte Importprodukte aus Uruguay sind vor allem Lebensmittel. Insbesondere uruguayische Steaks findet man häufiger auf den Tellern Hamburger Steakhäuser. Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Hamburg und Uruguay sind entsprechend vorhanden, aber durchaus ausbaufähig. Hier bietet u.a. der Lateinamerika Verein e.V. (LAV) exzellente Unterstützung.

Auch in der Wissenschaft existieren zarte Bande. So pflegt beispielsweise die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) eine Zusammenarbeit mit der Universidad de la República de Uruguay (UdelaR). Im Fokus steht das Thema Klimaanpassung. Bei meinen internationalen Reisen werbe ich stets für mehr Kooperation, beispielsweise durch den Austausch von Studenten oder durch gemeinsame Forschungsprojekte. Vor diesem Hintergrund traf ich mich in Uruguay mit Vertretern der Universität Montevideo sowie der Katholischen Universität Uruguays. Beide Institutionen haben einen exzellenten Ruf und ein Interesse am Austausch mit Hamburg. Zurück an der Elbe bin ich nun im Gespräch mit passenden Partnern.

Zu meinem Dialogprogramm in der Hauptstadt Montevideo gehörte auch ein Besuch der Neuen Israelitischen Kongregation, gegründet von zwölf deutschen Juden im Jahre 1936. Die Gemeinde umfasst heute rund 1.000 Familien. Bis weit in die 1980er Jahre war deutsch die zentrale Sprache unter den Mitgliedern, zwei Zeitschriften erschienen regelmäßig auf Deutsch. Seitdem prägen spanisch und hebräisch das Gemeindeleben. Die Beziehungen nach Deutschland sind trotzdem vielfältig. So traf ich Nachkommen der Gründergeneration, deren Kinder heute teilweise mit ihren Familien wieder in Deutschland leben.

Ein Hauptgrund meiner Reise war “Somos LA KAS“, ein beeindruckendes Regionalprogramm für Parteienförderung und Demokratie, welches die Konrad-Adenauer-Stiftung in den vergangenen Jahren in ganz Lateinamerika aufgebaut hat. Ziel ist es, politische Nachwuchsführungskräfte mit Hintergrundwissen und Werkzeugen auszustatten, humanistische Werte zu fördern und nachhaltige Netzwerke aufzubauen. Mehrere Tage kamen dazu Ende November Teilnehmer aus 14 Ländern Lateinamerikas zusammen. Nicht jedes Land hat dabei so gefestigte demokratische Strukturen wie Gastgeberland Uruguay. Teilnehmer aus Venezuela berichteten beispielsweise von beunruhigenden Entwicklungen und Vorfällen in dem eigentlich so wohlhabenden Land. Dazu wird es Anfang 2019 eine Aktion auf meinem Instagram-Kanal geben, mit der ich Einblicke in die Situation vor Ort geben möchte.

Im Rahmen der Konferenz berichtete ich gemeinsam mit meinem Kollegen Frank-Robert Liskow, Mitglied des Landtags von Mecklenburg-Vorpommern über die politische Arbeit und demokratische Strukturen in Deutschland. Mein Fokus lag dabei auf der Social Media Kommunikation. In verschiedenen Vorträgen und Workshops wurden über mehrere Tage Ansätze der politischen Arbeit diskutiert und Erfahrungen am runden Tisch ausgetauscht. Mit einem Koffer voller neuer Ideen und vielen neuen Freundschaften in Mittel- bis Südamerika ging es schließlich nach knapp einer Woche zurück nach Hamburg.

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