Bürgerschaftsabgeordneter für Lokstedt, Niendorf und Schnelsen | Wissenschaft & Digitale Wirtschaft

Nach dem Willen der Bundesländer Hamburg und Schleswig-Holstein soll die insgesamt rund 30 Kilometer lange Bahnstrecke zwischen Hamburg-Eidelstedt und Kaltenkirchen mit Oberleitungen elektrifiziert und anschließend von der Hamburger S-Bahn statt wie bisher von der AKN bedient werden. Damit könnten Pendler aus Schleswig-Holstein sowie den äußeren Hamburger Stadtteilen schnell und bequem direkt bis zum Hauptbahnhof durchfahren.

Dafür hatte sich auch unsere CDU immer wieder ausgesprochen. Für den S-Bahn-Betrieb sollen neben der Elektrifizierung auch alle Bahnsteige entlang der Strecke verlängert, die letzten beiden eingleisigen Abschnitte in Hamburg Eidelstedt und Ellerau zweigleisig ausgebaut und ein neuer Haltepunkt „Schnelsen Süd“ realisiert werden. Die neue Haltestelle soll zwischen dem Bahnübergang Brummerskamp/Eidelstedter Brook und dem Bahnübergang Halstenbeker Straße entstehen, mit Zugängen von beiden Seiten.

Die Planfeststellungsverfahren für beiden Streckenteile in Hamburg und Schleswig-Holstein sollten eigentlich bis Ende des letzten Jahres abgeschlossen sein, der Bau voraussichtlich noch 2018 beginnen. Die Eröffnung der neuen S-Bahn-Verbindung (S21) sollte im Jahr 2020 erfolgen. So war es bislang vom rot-grünen Senat zu hören. Erst kürzlich hatten SPD und Grüne in diesem Zusammenhang von der “Dekade des Schnellbahnausbaus” gesprochen.

Das steht im krassen Widerspruch zu den nun bekannt gewordenen vermutlich mehrjährigen Verzögerungen beim Bau der S21. Bereits Ende 2017 musste der Senat mehrjährige Verzögerungen bei der U5 im Hamburger Westen eingestehen. Auf Schriftliche Kleine Anfrage wird nun bekannt, dass es auch bei der S21 zu längeren Verzögerungen kommt. Betroffen sind insbesondere Anwohner und Pendler in Schnelsen, aber auch Eidelstedt und Stellingen müssen entsprechend deutlich länger auf die neue S-Bahn warten.

Das Planfeststellungsverfahren ist auf dem Hamburger Gebiet immer noch nicht abgeschlossen und der Senat hat keine Antwort darauf, wann dies der Fall sein wird. Entsprechend ist ein zeitnaher Baustart utopisch, die ursprünglich geplante Inbetriebnahme in 2020 nicht mehr zu halten. Die Kosten- und Finanzierungsfrage ist zudem weiter offen. Bundeszuschüsse sind noch nicht beantragt. Es ist zu befürchten, dass der Stadtteil Schnelsen noch deutlich länger auf die S21 warten muss. Das finde ich völlig inakzeptabel. Gemeinsam mit der CDU fordere ich SPD und Grüne auf, Wort zu halten und die unterversorgten Stadtteile schnellstens ans Netz zu bringen.

Haben Sie Fragen zur S21 oder zu anderen Themen? Dann melden Sie sich gerne im Bürgerbüro.